Kindertaufe
Die Behauptung, die Kindertaufe sei erst im späten 2. Jahrhundert eingeführt worden, ist historisch unplausibel und letztlich eine Verleumdung der frühen Kirche. Da die Taufe ein zentrales Gebot Christi ist, würde eine nachträglich erfundene Praxis bedeuten, dass die gesamte frühe Kirche kollektiv ein „anderes Evangelium“ angenommen und wissentlich „falsche Christen“ herangezogen hätte. Genau vor einer solchen Abkehr vom ursprünglichen Evangelium warnt Paulus im Galaterbrief jedoch ausdrücklich unter Androhung eines Fluchs.
Zudem ist es völlig absurd anzunehmen, dass eine derart massive theologische Häresie eingeführt und universell akzeptiert wurde, ohne dass auch nur ein einziger Bischof jemals schriftlich dagegen protestiert hätte. Das absolute Fehlen historischer Einwände oder Spaltungen aus dieser Zeit zeigt deutlich: Die Kirche hat die Kindertaufe nie als plötzliche Irrlehre stillschweigend geduldet, sondern sie von Anfang an als unverfälschte, apostolische Tradition verstanden.
Häufig zitierte Schriftstellen
Petrus aber sagte zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, zu sich rufen wird.
In ihm seid auch ihr beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht von Händen gemacht ist: in der Ablegung des Leibes des Fleisches, in der Beschneidung Christi, mit ihm seid ihr in der Taufe begraben worden; in ihr seid ihr auch mitauferweckt worden durch den Glauben an das Wirken Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.
Und ich werde meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und zwischen deinen Nachkommen nach dir, durch ihre Geschlechter hindurch, zu einem ewigen Bund: dass ich dein Gott sei und der Gott deiner Nachkommen nach dir. (...) Und ihr sollt am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden; und es soll zum Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch. Und ein Kind von acht Tagen soll bei euch beschnitten werden, alles Männliche in euren Geschlechtern.
Jesus aber sagte: Lasst die Kinder und hindert sie nicht, zu mir zu kommen. Denn solchen gehört das Reich der Himmel.
Man brachte aber auch die Säuglinge zu ihm, damit er sie berühre. Als die Jünger das sahen, wiesen sie die Bringenden streng zurecht. Jesus aber rief sie zu sich und sagte: Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.
Als sie aber getauft worden war, samt ihrem Haus, bat sie uns und sagte: Wenn ihr zu dem Urteil gekommen seid, dass ich dem Herrn treu bin, dann kommt in mein Haus und bleibt dort. Und sie drängte uns dazu.
Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Wunden ab; und sogleich wurde er getauft, er selbst und alle die Seinen.
Ich habe aber auch das Haus des Stephanas getauft. Im Übrigen weiß ich nicht, ob ich noch jemand anderen getauft habe.
Denn der ungläubige Mann ist in der Frau geheiligt, und die ungläubige Frau ist in dem Bruder geheiligt; sonst wären eure Kinder ja unrein, nun aber sind sie heilig.
Und die Frauen, die ihre Kinder hatten beschneiden lassen, tötete man gemäß dem Befehl. Und sie hängten die Säuglinge an den Hälsen ihrer Mütter auf; auch ihre Hausleute und die, welche sie beschnitten hatten, brachten sie um.
Auszüge der Kirchenväter
Daher kritisiere ich viele, die selbst getauft sind und glauben, aber nichts Wertvolles für die, die sie lieben, wie Ehefrauen, Kinder oder Freunde, tun. Sie ermahnen sie nicht zu dem, was sie selbst erreicht haben, als würden sie glauben, dass das ewige Leben dadurch geschenkt wird. Kurz gesagt, wenn sie sehen, dass diese krank sind oder in Gefahr, trauern und klagen sie, weil sie sicher sind, dass sie in dieser Zerstörung bedroht sind. Wenn sie also sicher wären, dass die Strafe des ewigen Feuers die erwartet, die Gott nicht anbeten, wann würden sie aufhören, zu warnen und zu ermahnen? Oder wenn sie sich weigerten, wie könnten sie nicht um sie trauern und klagen, wenn sie sicher wären, dass ewige Qualen auf sie warten?
Daher lasst jede Altersgruppe, jedes Geschlecht und jede Bedingung zur Buße eilen, damit sie das ewige Leben erlangen. Die Jungen sollen dankbar sein, dass sie ihre Nacken unter das Joch der Disziplin legen, selbst in der heftigen Gewalt ihrer Begierden. Auch die Alten sind lobenswert, weil sie aus Gottesfurcht die Gewohnheit eines langen, unglücklichen Lebens ändern. Lasst daher niemand zögern. Lasst niemand aufschieben. Denn welche Gelegenheit gibt es, um das Gute hinauszuzögern? Oder fürchtet ihr, dass ihr, wenn ihr Gutes tut, die Belohnung nicht so findet, wie ihr es euch vorgestellt habt?
Polykarp erklärte: Sechsundachtzig Jahre habe ich Ihm gedient, und nie hat Er mir Unrecht getan! Wie also kann ich meinen König und meinen Retter lästern?
Was ihr wirklich nötig habt, ist eine zweite Beschneidung, obwohl ihr die des Fleisches hochhaltet. (...)So ist es, dass wir durch die Taufe der Umkehr und die Erkenntnis Gottes gläubig geworden sind, die wegen der Sünden des Volkes Gottes eingesetzt wurde, wie Jesaja bezeugt, und wir erkennen, dass eben jene Taufe, die er angekündigt hat und die allein die Bußfertigen reinigt, das Wasser des Lebens ist. (...)Da du, Trypho, zugibst, dass du die Lehren dessen gelesen hast, der unser Retter ist, halte ich es nicht für unangebracht, zu den Zitaten aus den Propheten jene wenigen kurzen Aussprüche von ihm hinzuzufügen. „Wascht euch, werdet rein; schafft das Böse aus euren Seelen weg.“ So befiehlt Gott euch, in diesem Taufbecken gewaschen zu werden und euch mit der wahren Beschneidung beschneiden zu lassen. Auch wir würden eure Beschneidung am Fleisch, eure Sabbattage und, kurz gesagt, all eure Feste halten, wenn wir nicht wüssten, warum sie euch auferlegt wurden, nämlich wegen eurer Sünden und eurer Herzenshärte. Wenn wir alle Übel, die uns von bösen Menschen und Dämonen aufgezwungen werden, geduldig ertragen und noch in unsäglichen Qualen und im Tod Erbarmen selbst für unsere Verfolger erbitten und nicht wollen, dass irgendjemand auch nur ein wenig davon vergolten bekommt, wie es unser neuer Gesetzgeber verordnet hat, warum, Trypho, sollten wir dann jene Riten nicht beachten, die uns nicht schaden können, wie die Beschneidung des Fleisches, die Sabbate und die Feste?“ (...)Wie ich schon erklärt habe, ist die Beschneidung nicht für alle Menschen notwendig, sondern nur für euch Juden, um euch für das Leiden zu kennzeichnen, das ihr jetzt mit Recht erduldet. Auch eure nutzlose Brunnenwaschung billigen wir nicht; sie hat mit unserer Taufe des Lebens überhaupt nichts zu tun. So hat Gott bezeugt, dass ihr ihn, die Quelle lebendigen Wassers, verlassen habt und euch Zisternen gegraben habt, zerbrochene Zisternen, die kein Wasser halten. Ihr, die ihr die Beschneidung des Fleisches habt, braucht dringend unsere Beschneidung; wir aber, da wir unsere haben, brauchen die eure nicht. (...)Nun, meine Herren, ich könnte darlegen, dass der achte Tag, nicht der siebte, eine verborgene Bedeutung hat, die Gott uns durch diese Riten zu erkennen gegeben hat, doch damit ihr nicht meint, ich weiche vom Thema ab, versteht jetzt dies, dass das Blut der Beschneidung jetzt abgeschafft ist und wir jetzt auf das Blut des Heils vertrauen. Jetzt ist ein anderer Bund, ein anderes Gesetz von Zion ausgegangen, Jesus Christus. Wie es seit alten Zeiten gelehrt wurde, beschneidet er mit Steinmessern alle, die es wollen, damit sie ein gerechtes Volk werden, ein treues, wahrhaftiges und friedliebendes Volk. (...)„Da ich meine Argumente und Hinweise auf die Schriften und auf Tatsachen gründe, solltet ihr, auch wenn ich unbeschnitten bin, nicht zögern, mir zu glauben; denn für die Umkehr bleibt nur noch wenig Zeit. Wenn Christus wiederkommt, bevor ihr umkehrt, werdet ihr vergeblich weinen und bereuen; dann wird er nicht auf euch hören. „Pflügt euren Brachboden um und sät nicht unter Dornen. Beschneidet euch dem Herrn und beschneidet die Vorhaut eures Herzens,“ rief Jeremia dem Volk zu. Darum sät nicht unter Dornen und nicht auf ungepflügtem Boden, von dem ihr keine Frucht einbringt. Erkennt Christus, und dann wird gewiss Brachland, reich und fruchtbar, in euren Herzen sein. „Denn siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da suche ich heim jeden, der an der Vorhaut beschnitten ist: über Ägypten und Judas und Edom und über die Kinder Moab. Denn alle Nationen sind am Fleisch unbeschnitten, aber das ganze Haus Israel ist am Herzen unbeschnitten.“ (...)Seht ihr nicht, dass Gott diese Beschneidung, die als Zeichen gegeben ist, nicht will? Denn eine solche Beschneidung nützt den Ägyptern, den Moabitern oder den Edomitern nichts. (...)Außerdem war die Vorschrift der Beschneidung, die euch verpflichtet, eure Söhne am achten Tag zu beschneiden, ein Vorausbild der wahren Beschneidung, durch die wir von Irrtum und Bosheit beschnitten werden durch unseren Herrn Jesus Christus, der am ersten Tag der Woche von den Toten auferstanden ist. (...)So wie die Beschneidung mit Abraham ihren Anfang nahm und der Sabbat, die Opfer, die Opfergaben und die Feste mit Mose – und es ist bereits gezeigt worden, dass eurem Volk die Einhaltung dieser Dinge wegen der Verstocktheit ihres Herzens geboten wurde –, so war es nach dem Willen des Vaters angemessen, dass all dies in dem sein Ende fand, der aus der Jungfrau geboren wurde, aus dem Geschlecht Abrahams, aus dem Stamm Juda und aus dem Haus Davids, nämlich in Christus, dem Sohn Gottes, der – wie die oben angeführten Weissagungen klar zeigen – als das künftige Ewige Gesetz und als der neue Bund für die ganze Welt angekündigt wurde. Wir nämlich, die wir durch Jesus Christus zu Gott gekommen sind, haben nicht eine körperliche, sondern eine geistliche Beschneidung empfangen, wie Henoch und die Seinen; durch Gottes Erbarmen haben wir sie durch die Taufe empfangen, da wir Sünder waren, und ebenso sollen alle Menschen sie empfangen. (...)Wir, die wir die zweite Beschneidung mit Steinmessern empfangen haben, sind wahrhaft glücklich. Denn eure erste Beschneidung wurde und wird noch immer mit Eisenwerkzeugen vollzogen, in Übereinstimmung mit eurer Herzenshärtigkeit. Aber unsere Beschneidung, welche die zweite ist – denn sie wurde nach der euren eingesetzt –, beschneidet uns vom Götzendienst und jeder anderen Sünde mittels scharfer Steine, nämlich durch die Worte, die von den Aposteln dessen geäußert wurden, der der Eckstein war und der Stein, der nicht mit menschlichen Händen abgehauen wurde. Tatsächlich sind unsere Herzen so sehr von der Sünde beschnitten worden, dass wir sogar frohlocken, während wir für den Namen jenes edlen Felsens sterben, aus dem lebendiges Wasser für die Herzen derer hervorquillt, die durch ihn den Vater des Alls lieben, und der denen das Wasser des Lebens reicht, die es begehren.
Und viele, sowohl Männer als auch Frauen, die von Kindheit an Jünger Christi waren, bleiben im Alter von sechzig oder siebzig Jahren rein; und ich kann mit Stolz solche aus jeder Rasse von Menschen vorweisen.
Da er bei seiner Taufe dreißig Jahre alt war und damit das volle Alter eines Meisters besaß, kam er nach Jerusalem, damit er von allen rechtmäßig als Meister anerkannt würde… Da er also ein Meister war, besaß er auch das Alter eines Meisters. Er verachtete keine Bedingung des Menschseins und wich ihr nicht aus. Er setzte auch jenes Gesetz nicht in sich selbst außer Kraft, das er für die Menschheit erlassen hatte, sondern er heiligte jedes Lebensalter durch die entsprechende Phase, die er selbst durchlebte. Denn er kam, um durch sich selbst alle zu retten – alle, sage ich, die durch ihn zu Gott wiedergeboren werden: Säuglinge und Kinder und Knaben und Jugendliche und alte Männer. Deshalb durchlief er jedes Alter, wurde ein Säugling für die Säuglinge und heiligte so die Säuglinge; ein Kind für die Kinder und heiligte so diejenigen in diesem Alter, während er ihnen gleichzeitig ein Vorbild an Frömmigkeit, Gerechtigkeit und Unterordnung wurde; ein Jugendlicher für die Jugendlichen, wurde ihnen ein Vorbild und heiligte sie so für den Herrn.
Diese Taufe ist das Siegel des ewigen Lebens und die neue Geburt für Gott, damit wir nicht länger Söhne sterblicher Menschen sind, sondern des ewigen und immerwährenden Gottes...
[Der Heilige Geist] wurde auf eine neue Weise über die Menschheit auf der ganzen Erde ausgegossen, um den Menschen für Gott zu erneuern. Und genau deshalb vollzieht sich die Taufe unserer Wiedergeburt durch diese drei Punkte: Gott der Vater schenkt uns die Wiedergeburt durch seinen Sohn durch den Heiligen Geist. –
Und da der Mensch hinsichtlich jener Erschaffung, die nach Adam geschah, in die Übertretung gefallen war und das Bad der Wiedergeburt brauchte, sagte [der Herr] zu ihm [dem Er das Augenlicht geschenkt hatte], nachdem Er seine Augen mit dem Lehm bestrichen hatte: „Geh nach Siloah und wasche dich!“ Dadurch stellte Er ihm sowohl [seine vollkommene] Bestätigung wieder her als auch jene Wiedergeburt, die durch das Bad stattfindet.
Und wiederum, als er den Jüngern die Vollmacht der Wiedergeburt zu Gott gab, sagte er zu ihnen: „Geht und lehrt alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Diese Art von Menschen wurde von Satan dazu angestiftet, jene Taufe zu leugnen, die die Wiedergeburt zu Gott ist...
Nicht umsonst wurde Naaman in alter Zeit, als er an Aussatz litt, durch seine Taufe gereinigt, sondern es diente als ein Hinweis für uns. Denn so wie wir in der Sünde Aussätzige sind, werden wir durch das heilige Wasser und die Anrufung des Herrn von unseren alten Verfehlungen gereinigt, indem wir geistlich als neugeborene Säuglinge wiedergeboren werden, genau wie der Herr es erklärt hat: Wenn ein Mensch nicht durch Wasser und den Geist wiedergeboren wird, wird er nicht in das Himmelreich eingehen.
Folglich gibt es in keinem einzigen Fall – ich spreche natürlich von den Heiden – eine Geburt, die rein von abgöttischem Aberglauben ist. Genau aus diesem Umstand heraus sagte der Apostel, dass die Kinder heilig sind, wenn ein Elternteil geheiligt ist; und das gilt ebenso sehr durch das Vorrecht des christlichen Samens wie durch die Ordnung der Einrichtung. Er sagt nämlich: „Sonst wären die Kinder von Geburt an unrein.“ Damit wollte er uns verstehen geben, dass die Kinder der Gläubigen für die Heiligkeit und somit für das Heil bestimmt sind, um durch das Versprechen einer solchen Hoffnung die Ehe zu stützen, deren Integrität er unbedingt aufrechterhalten wollte. Außerdem hatte er ganz sicher nicht vergessen, was der Herr so unmissverständlich festgelegt hatte: „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“ Mit anderen Worten: Er kann nicht heilig sein! Jede Seele hat also aufgrund ihrer Geburt ihre Natur in Adam, bis sie in Christus neu geboren wird; darüber hinaus ist sie die ganze Zeit über unrein, solange sie ohne diese Wiedergeburt bleibt. Und weil sie unrein ist, ist sie aktiv sündig und durchtränkt aufgrund ihrer Verbindung sogar das Fleisch mit ihrer eigenen Schande.
Zuerst sollen die Kinder getauft werden. Alle Kinder, die für sich selbst antworten können, sollen antworten. Wenn es Kinder gibt, die nicht für sich selbst antworten können, sollen ihre Eltern oder jemand anderes aus der Familie für sie antworten.
Ja, so viel Kraft hat der Glaube, dass nicht nur der Gläubige gerettet wird, sondern dass auch andere durch den Glauben von anderen gerettet werden können. Der Gelähmte in Kapernaum war kein Gläubiger, aber diejenigen, die ihn brachten, glaubten und ließen ihn durch die Ziegel hinunter. Denn die Seele des Kranken litt mit dem Körper. Und denke nicht, dass ich ihn ohne Grund anklage: Das Evangelium selbst sagt, dass Jesus, als Er nicht seinen Glauben, sondern ihren Glauben sah, zu dem Gelähmten sagte: „Steh auf!“ Die Träger glaubten, und der Gelähmte erlebte den Segen der Heilung. (...)Haben also Menschen durch den Glauben, den sie für den anderen haben, die Toten erweckt, und wirst du, wenn du selbst aufrichtig glaubst, nicht viel mehr profitieren? Nein, selbst wenn du gläubig bist oder nur wenig Glauben hast, ist der Herr liebevoll zu den Menschen; Er neigt sich zu dir in deiner Umkehr: Sage nur mit ehrlichem Herzen: „Herr, ich glaube; hilf meinem Unglauben.“ Aber wenn du denkst, dass du wirklich gläubig bist, aber noch nicht die Fülle des Glaubens hast, musst auch du wie die Apostel sagen: „Herr, erhöhe unseren Glauben.“ Denn einen Teil hast du von dir selbst, aber den größeren Teil empfängst du von Ihm.
Jede Seele, die ins Fleisch geboren wird, ist besudelt vom Schmutz der Bosheit und der Sünde... In der Kirche wird die Taufe zur Vergebung der Sünden gespendet, und nach dem Brauch der Kirche wird die Taufe sogar Säuglingen zuteil. Gäbe es in Säuglingen nichts, das die Vergebung der Sünden verlangt, und nichts in ihnen, das der Vergebung bedarf, erschiene die Gnade der Taufe überflüssig.
Folglich war es angemessen, dass jene Opfer dargebracht wurden, die nach dem Gesetz gewöhnlich von Makel reinigen. Sie wurden für unseren Herrn und Retter dargebracht, der „mit befleckten Kleidern bekleidet“ war und einen irdischen Körper angenommen hatte. Christliche Brüder stellen oft eine Frage. Der heute verlesene Schriftabschnitt ermutigt mich, sie erneut zu behandeln. Kleine Kinder werden getauft „zur Vergebung der Sünden.“ Wessen Sünden sind das? Wann haben sie gesündigt? Oder wie lässt sich diese Erklärung der Taufwaschung bei kleinen Kindern aufrechterhalten, außer durch die Auslegung, von der wir kurz zuvor sprachen? „Niemand ist rein von Makel, nicht einmal, wenn sein Leben auf der Erde nur einen einzigen Tag gedauert hat.“ Durch das Geheimnis der Taufe werden die Makel der Geburt abgelegt. Aus diesem Grund werden auch kleine Kinder getauft. Denn „wenn jemand nicht aus Wasser und Geist neu geboren wird, wird er nicht in das Königreich des Himmels eintreten können.“
Deshalb ist unser Körper der Körper der Sünde, denn es steht nirgends geschrieben, dass Adam seine Frau Eva erkannte und der Vater Kains wurde, bevor die Sünde geschah. Schließlich befiehlt sogar das Gesetz, dass für das geborene Kind Opfer dargebracht werden müssen: „ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben“; von denen die eine für die Sünde und die andere als Brandopfer dargebracht wurde. Für welche Sünde wird diese eine Taube dargebracht? Konnte ein neugeborenes Kind etwa sündigen?! Und dennoch hat es eine Sünde an sich, für die auf Befehl Opfer dargebracht werden müssen, und von der bestritten wird, dass irgendjemand rein ist, „auch wenn sein Leben nur einen Tag dauern sollte.“ Deshalb muss man glauben, dass David genau darüber auch das sagte, was wir oben festgehalten haben: „in Sünden hat mich meine Mutter empfangen.“ Denn der historischen Erzählung nach wird absolut keine Sünde seiner Mutter erwähnt. Genau aus diesem Grund hat auch die Kirche von den Aposteln die Tradition übernommen, selbst kleinen Kindern die Taufe zu spenden. Denn diejenigen, denen die Geheimnisse der göttlichen Mysterien anvertraut waren, wussten sehr wohl, dass in jedem Menschen die angeborene Verunreinigung der Sünde steckt, die durch Wasser und Geist abgewaschen werden musste. Wegen eben dieser Verunreinigung wird der Körper selbst als Körper der Sünde bezeichnet; und zwar nicht wegen irgendwelcher Sünden, die die Seele beging, als sie noch in einem anderen Körper war, wie es sich jene Leute einbilden, die die Lehre der Reinkarnation einführen! Sondern weil die Seele in den Körper der Sünde geformt wurde, in den Körper des Todes und der Niedrigkeit, genau wie er sagte: „Du hast unsere Seele in den Staub erniedrigt.“
Was aber den Fall der Säuglinge betrifft, von denen du sagst, sie sollten nicht schon am zweiten oder dritten Tag nach ihrer Geburt getauft werden: Du meinst, man müsse das Gesetz der alten Beschneidung beachten, sodass ein Neugeborenes nicht vor dem achten Tag getauft und geheiligt werden dürfe. In unserem Konzil sahen wir das alle völlig anders. Niemand stimmte dem Weg zu, den du für richtig hieltest. Wir alle urteilen vielmehr, dass die Barmherzigkeit und Gnade Gottes keinem Menschenkind verweigert werden darf. (...) Wenn überhaupt etwas die Menschen davon abhalten könnte, die Gnade zu erlangen, dann müssten doch eher die weitaus schwereren Sünden jene daran hindern, die reif, erwachsen und älter sind. Wenn aber selbst den größten Sündern und jenen, die schwer gegen Gott gesündigt haben, die Vergebung der Sünden gewährt wird, sobald sie später glauben, und niemand von der Taufe und der Gnade ausgeschlossen wird, wie viel mehr müssen wir davor zurückschrecken, einen Säugling auszuschließen! Dieser hat ja gerade erst das Licht der Welt erblickt und keine Sünde begangen, außer dass er, dem Fleisch nach von Adam abstammend, gleich bei seiner ersten Geburt die Ansteckung des alten Todes auf sich gezogen hat. Gerade deshalb gelangt er umso leichter zur Vergebung der Sünden, weil ihm nicht seine eigenen Sünden, sondern die Sünden eines anderen vergeben werden. Deshalb, liebster Bruder, war dies unsere Meinung im Konzil: Wir dürfen niemanden von der Taufe und der Gnade Gottes ausschließen, der allen gegenüber barmherzig, gütig und liebevoll ist. Da dies bei allen beachtet und bewahrt werden muss, sind wir der Ansicht, dass es bei Säuglingen und Neugeborenen noch viel mehr beachtet werden muss. Denn sie verdienen gerade deshalb umso mehr unsere Hilfe und die göttliche Barmherzigkeit, weil sie direkt am Anfang ihrer Geburt jammern und weinen und damit nichts anderes tun, als anzuflehen.
Wer aber sagt: „Wenn ich im Sterben liege, lasse ich mich taufen, damit ich nicht sündige und meine Taufe besudele“, der kennt Gott nicht und vergisst seine eigene Natur! Denn „zögere nicht, dich dem Herrn zuzuwenden“, „denn du weißt nicht, was der nächste Tag hervorbringt.“ Tauft auch eure Säuglinge und zieht sie in der Erziehung und Ermahnung Gottes auf! Denn Er sagt: „Lasst die kleinen Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht.“
Lasst uns zusammen mit Christus begraben werden, der für uns starb, damit wir auch mit ihm auferstehen, der uns neues Leben schenkt. Für andere Angelegenheiten gibt es eine besonders angemessene Zeit: eine Zeit zum Schlafen und zum Wachen, eine Zeit für Krieg und für Frieden; aber die gesamte Lebenszeit des Menschen ist die Zeit für die Taufe. Denn wie der Leib nicht leben kann, wenn er nicht atmet, so kann auch die Seele nicht leben, wenn sie den Schöpfer nicht kennt: Denn die Unkenntnis Gottes ist der Tod für die Seele, und wer nicht getauft ist, ist nicht erleuchtet; und ohne Licht kann weder das Auge sinnlich wahrnehmbare Dinge erkennen, noch die Seele Gott schauen. Jede Zeit ist also gelegen, um das Heil durch die Taufe zu empfangen – ob Nacht oder Tag, Stunde oder Minute, ja selbst die kleinste vorstellbare Zeitspanne. Es ist jedoch nur gerecht, diejenige Zeit als passender anzusehen, die enger mit ihr verbunden ist: Und welche Zeit wäre enger mit der Taufe verbunden als der Ostertag, da der Tag selbst ein Gedenken an die Auferstehung ist und die Taufe das kraftvolle Mittel zu unserer Auferstehung? Lasst uns also am Tag der Auferstehung die Gnade empfangen, durch die wir wieder auferstehen.
Wir nennen es das Geschenk, die Gnade, die Taufe, die Salbung, die Erleuchtung, das Gewand der Unsterblichkeit, das Bad der Wiedergeburt, das Siegel und alles, was ehrenvoll ist. Wir nennen es Geschenk, weil es uns im Gegenzug für nichts unsererseits gegeben wird; Gnade, weil es sogar Schuldnern verliehen wird; Taufe, weil die Sünde damit im Wasser begraben wird; Salbung, als priesterlich und königlich, denn das waren diejenigen, die gesalbt wurden; Erleuchtung, wegen ihres Glanzes; Gewand, weil es unsere Schande verbirgt; Bad, weil es uns wäscht; Siegel, weil es uns bewahrt und überdies das Zeichen der Herrschaft ist. Solcherart ist die Gnade und Kraft der Taufe; keine Überflutung der Welt wie vor alters, sondern eine Reinigung der Sünden jedes Einzelnen und eine vollständige Abwaschung von allen Wunden und Flecken der Sünde. (...) Denn, um alles in einem Wort zu sagen, ist die Kraft der Taufe als ein Bund mit Gott für ein zweites Leben und einen reineren Wandel zu verstehen. Denn es ist eine seltsame Sache, ein schmerzloses Heilmittel durch ein schmerzhafteres zu ersetzen; die Gnade der Barmherzigkeit wegzuwerfen und stattdessen eine Strafe zu schulden; und unsere Besserung an der Sünde zu messen. (...) Aber fürchtest du, du könntest das Geschenk zunichtemachen, und schiebst deshalb deine Reinigung auf, weil du sie kein zweites Mal haben kannst? Was? Würdest du dich nicht in Zeiten der Verfolgung vor Gefahren fürchten und davor, das Kostbarste zu verlieren, das du hast – Christus? Würdest du dann aus diesem Grund vermeiden, Christ zu werden? Der Gedanke sei ferne! Eine solche Furcht ist nichts für einen vernünftigen Menschen; ein solches Argument zeugt von Wahnsinn. O unvorsichtige Vorsicht, wenn ich so sagen darf. O List des Bösen! … Denn da er dich nicht überreden kann, die Taufe zu verachten, fügt er dir durch eine vorgetäuschte Sicherheit Verlust zu; damit du infolge deiner Furcht unbewusst genau das erleidest, wovor du dich fürchtest; und weil du fürchtest, das Geschenk zunichtezumachen, verfehlst du aus genau diesem Grund das Geschenk gänzlich. Lasst uns heute getauft werden, damit wir morgen keine Gewalt erleiden; und lasst uns den Segen nicht aufschieben, als wäre er ein Schaden, noch darauf warten, dass wir schlechter werden, damit uns mehr vergeben werde... Hast du ein kleines Kind? Lass der Sünde keine Gelegenheit, sondern lass es von Kindheit an geheiligt werden; von seinem zartesten Alter an lass es durch den Geist geweiht werden. Fürchtest du das Siegel wegen der Schwachheit der Natur? O was für eine kleinmütige Mutter und von wie wenig Glauben! Hanna versprach Samuel Gott schon vor seiner Geburt, und nach seiner Geburt weihte sie ihn sogleich und zog ihn im priesterlichen Gewand auf, ohne etwas an der menschlichen Natur zu fürchten, sondern auf Gott vertrauend. Du hast keine Amulette oder Beschwörungen nötig, mit denen auch der Teufel Einzug hält, der sich in den Köpfen eitlerer Menschen die Anbetung stiehlt, die Gott gebührt. Gib deinem Kind die Dreifaltigkeit, diese große und edle Wache. (...) Es sei so, werden einige sagen, im Falle derer, die um die Taufe bitten; was hast du zu denen zu sagen, die noch Kinder sind und sich weder des Verlustes noch der Gnade bewusst sind? Sollen wir auch sie taufen? Gewiss, wenn irgendeine Gefahr drängt. Denn es ist besser, dass sie unbewusst geheiligt werden, als dass sie unversiegelt und ungeweiht dahinscheiden. Ein Beweis dafür findet sich in der Beschneidung am achten Tag, die eine Art vorbildhaftes Siegel war und Kindern verliehen wurde, bevor sie den Gebrauch der Vernunft hatten. Und so ist es auch mit der Salbung der Türpfosten, die die Erstgeborenen bewahrte, obwohl sie auf Dinge angewendet wurde, die kein Bewusstsein hatten.
Die Kirche wurde um den Preis des Blutes Christi erlöst. Ob Jude oder Grieche, das macht keinen Unterschied; aber wer gläubig geworden ist, muss sich von seinen Sünden beschneiden lassen, damit er gerettet werden kann... Denn niemand steigt in das Himmelreich auf außer durch das Sakrament der Taufe... „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist neu geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“ Niemand ist ausgenommen: nicht der Säugling, nicht derjenige, der durch eine Notlage daran gehindert wird.
Gesegnet sei Gott, der allein wunderbare Dinge tut! Ihr habt gesehen, wie zahlreich die Gaben der Taufe sind. Obwohl viele Menschen denken, dass das einzige Geschenk, das sie verleiht, die Vergebung der Sünden ist, haben wir ihre Ehren auf zehn gezählt. Aus diesem Grund taufen wir sogar Säuglinge, obwohl sie sündlos sind, damit ihnen die weiteren Gaben der Heiligung, Gerechtigkeit, Sohnschaft und Erbschaft zuteilwerden, damit sie Brüder und Glieder Christi werden und Wohnstätten für den Geist sein können.
Cyprian erließ keinen neuen Beschluss, sondern hielt an dem unerschütterlichen Glauben der Kirche fest, um einige zurechtzuweisen, die meinten, dass Säuglinge nicht vor dem achten Tag nach ihrer Geburt getauft werden sollten... Er stimmte mit einigen seiner Mitbischöfe darin überein, dass ein Kind rechtmäßig getauft werden kann, sobald es geboren ist.
Der Brauch der Mutter Kirche bei der Taufe von Säuglingen ist gewiss nicht zu verachten und in keiner Weise als überflüssig anzusehen; auch darf man nicht glauben, dass diese Tradition etwas anderes als apostolisch sei.
Was die gesamte Kirche festhält – nicht als durch Konzilien eingesetzt [erfunden], sondern als stets bewahrt –, das gilt völlig zu Recht als durch apostolische Autorität überliefert. Da andere für die Kinder antworten, damit die Feier des Sakraments für sie vollständig vollzogen werden kann, dient dies gewiss zu ihrer Heiligung, weil sie selbst noch nicht fähig sind zu antworten.
„Glaubst du das?“ … wenn ein neugeborenes Kind herbeigebracht wird, um die Salbung der Einweihung oder vielmehr der Vollendung durch die heilige Taufe zu empfangen.
Obwohl ein Mensch alles, was er verspricht, wenn möglich erfüllen sollte, sollten wir besonders das erste hervorragende Versprechen, das wir Gott geben, wenn wir durch die Taufe neu geboren werden, mit Seiner Hilfe bewahren. Bei der Taufe werden wir gefragt, ob wir den Teufel, seine Pracht und seine Werke verleugnen wollen; wir antworten frei, dass wir sie verleugnen werden. Da Säuglinge dies in keiner Weise selbst bekennen können, stehen ihre Eltern als Bürge für sie ein.
Was überall, was immer, was von allen geglaubt wurde
Die apostolische Lehre zeigt sich daran, dass sie von Anfang an, weltweit, über verschiedene Orte, über Generationen hinweg und von zahlreichen Kirchenvätern bezeugt wird.
- Kirchenväter
- 17
- Zeitspanne
- ca. 50-542
- Orte/Regionen
- 18
Kartendaten: OpenStreetMap-Mitwirkende. Historische Einordnung: Im 1.-2. Jh. umfasste das Römische Reich ca. 60-75 Mio. Menschen und verband Europa, Nordafrika und Westasien um das Mittelmeer; dieses galt den Römern als mare nostrum und war die damals zivilisierte Welt. Quellen: Jongman, Harper/Imperium Romanum, Britannica: Ökumene, Lex.dk.
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