Anmerkungen zu Genesis (Fragmente)
Hörbuch Abspielen
„Ich lasse Regen auf die Erde kommen vierzig Tage und vierzig Nächte, und ich werde alles Leben auslöschen, das ich gemacht habe, von der Fläche der Erde, vom Menschen bis zum Vieh.“1 Warum hat er denn durch die Flut die Menge der Menschen vernichtet? Er wollte das Geschlecht Kains auslöschen; aber mit ihm hatte sich auch das Geschlecht der Frommen vermischt, und darum hat auch dieses an der Strafe teilgehabt. Weil er einen Anfang eines neuen Lebens setzen wollte, bewahrte er Noah und seine Söhne mit ihren Frauen, als einen, der fromm und gerecht war, aus der Frömmigkeit seiner Verwandten hervorgegangen und der die Vermischung mit Gesetzlosigkeit gehasst hatte. Dies hat er aber nicht, wie einige sagen, aus irgendeinem Zorn und aus Reue getan. Denn das sind menschliche Leidenschaften; die göttliche Natur aber ist frei von Leidenschaften. Zumal Reue zu denen passt, die erst nach der Erfahrung die Natur der Dinge verstehen; wenn sie dann durch die Erfahrung lernen, dass sie nicht richtig beraten und beschlossen haben, bereuen sie. Gott aber sieht die Dinge, die erst nach vielen Generationen sein werden, so, als wären sie schon geschehen. Weil er also alles im Voraus sieht und im Voraus kennt, lenkt er alles entsprechend. Wie sollte er dann bereuen, wo er doch alles nach seiner eigenen Vorherkenntnis ordnet? Also bedeutet „Reue“ bei Gott eine Veränderung der Ordnung seines Handelns. Denn er sagt: „Ich bereue, dass ich Saul zum König eingesetzt habe,“2 das heißt: Ich habe es für gut befunden, diesen abzusetzen und einen anderen einzusetzen. So auch hier: „Ich habe mir überlegt, dass ich den Menschen gemacht habe; ich habe es für gut befunden, das Geschlecht der Menschen zu vernichten.“3
Doch weil er menschenfreundlich ist, hat er in Noah den natürlichen Samen der Menschheit bewahrt. Da er aber auch die Gattungen der Tiere um des Nutzens der Menschen willen geschaffen hat, wurden auch sie zusammen mit den Menschen vernichtet, außer denen, die mit Noah in der Arche bewahrt wurden. Denn der Herr Gott befahl, von jeder Gattung der als unrein geltenden Tiere je zwei zu retten, von den reinen aber je sieben. Denn er wollte den Menschen erlauben, Fleisch zu essen, und die von ihm Genährten würden ihm auch aus Frömmigkeit Opfer darbringen; darum gab er den Befehl, von den reinen mehr zu bewahren: drei Paare zur Vermehrung des Bestandes, das eine übrige Stück aber für das Opfer. Denn gleich nach dem Ende der Strafe brachte Noah Gott ein Dankopfer dar, „von allen reinen Tieren und von allen reinen Vögeln.“4 So ist klar, dass er gerade deshalb befohlen hat, von jeder Gattung der reinen Tiere je sieben in die Arche zu bringen, damit Noah, wenn er von jeder Gattung ein Tier darbrachte, die Paare nicht zerstörte. „Und der Herr Gott schloss die Arche außen hinter ihm zu.“ 5 Die Sicherheit der verschlossenen Tür bedurfte einer besonderen göttlichen Macht.
„Und er zerstörte diese Städte und die ganze Umgebung und alle, die in den Städten wohnten. Und seine Frau blickte zurück, und sie wurde zu einer Salzsäule.“6 (Genesis 19:26) Der Herr vernichtet nicht nur die Gottlosen, sondern auch ihre Nahrung, weil sie sodomitisch und schädlich ist; dazu gehört auch der Weinstock, von dem geschrieben steht: „Denn von Sodoms Weinstock stammt ihr Weinstock, und ihre Reben von Gomorra.“7 Kaum war er in die Stadt gerettet, da wurde das Feuer schon über die Städte gebracht – ein Zeichen des kommenden Endes. Sie wurde nicht einfach eine Säule, sondern ausdrücklich eine Salzsäule, wegen des Wortes: „Ihr seid das Salz der Erde.“8 Und du kannst auf die Salzsäule auch das Wort anwenden: „Wenn aber das Salz dumm wird?“8 Er steigt nicht sofort auf den Berg hinauf, wie es ihm gesagt worden war, sondern gelangt zuerst nach Segor, obwohl er sich selbst eigentlich nicht zutraute, auf den Berg hinaufzugehen.
„Mein Herr, höre mich an! Ein Landstück, vierhundert Silberstücke wert, was ist das schon zwischen mir und dir? Begrabe deine Tote! Ein Stück Land für vierhundert Didrachmen.“ 9 Man muss beachten: Vierhundert ist der Preis eines Grabes, weil die Vier und die Hundert als unheilvolle Zahlen gelten. Wenn du in der Schrift nach ähnlichen Zusammenhängen suchst, wirst du sie finden.
„Werden wir etwa kommen, ich und deine Mutter und deine Brüder, um vor dir zur Erde niederzufallen?“10 Es ist klar, dass die Mutter Josefs gestorben ist, bevor er diese Träume hatte. Können wir also vielleicht sagen, dass hier Maria und Josef prophetisch als diejenigen vorausgesagt werden, die Christus anbetend zu Boden fallen werden?
„Er sagte zu ihnen: ‚Gott sei euch gnädig, fürchtet euch nicht.‘“11 Offenbar hat dieser Mann durch Josef zur Gottesfurcht gefunden.
„Männer sind wir, Viehhirten. Ein Greuel für die Ägypter ist jeder Schafhirte,“12 aber nicht für die Hebräer. Wenn er also als Hirte über uns eingesetzt ist, ist er den Ägyptern ein Greuel; wenn aber als Lohnarbeiter, dann ist er vielleicht sogar ein Freund der Ägypter.
Schriftstellen
- Gen 7,4
- 1Sam 15,11
- Gen 6,7
- Gen 8,20
- Gen 7,16
- Gen 19,25-26
- Dtn 32,32
- Mt 5,13
- Gen 23,15
- Gen 37,10
- Gen 43,23
- Gen 46,34
