An Generalmajor Gaina
Sicherlich schreibst du mir nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil andere dich dazu gezwungen haben, und fragst, wie der Sohn Gottes von einer Substanz mit dem Vater sein und mit gleicher Macht herrschen kann, da er doch den Vater bittet, ihm alles zu unterwerfen, und er selbst, wie der Apostel schreibt, „dem unterworfen sein wird, der ihm alles unterworfen hat?“1 Freund, was redest du da! Hat Christus, der Gott ist, es nötig, Gott unterworfen zu werden? Nun, wann würde sich ein arroganter und gottloser Pirat jemals irgendjemandem unterwerfen? Wie heißt es dann, dass der Sohn nach der Unterwerfung seiner Feinde dem unterworfen sein wird, der ihm alles unterworfen hat? Genau wie derjenige, der durch den Plan der Fleischwerdung meinen Fluch auflöst, meinetwegen ein Fluch genannt wird, und derjenige, der als Einziger sündlos ist, Sünde genannt wird, und das makellose „Lamm Gottes, das die Sünde des Kosmos hinwegnimmt“2 , trotz seines hohen Alters zum neuen Adam wird, so macht sich derjenige, der keinem Menschen unterworfen ist, als Haupt von allem selbst unterworfen. Und so wie ich unabhängig und aufsässig bin, weil ich Gott verleugnet habe, so wird Christus meinetwegen unabhängig genannt. Nachdem ihm alles unterworfen ist, wird er seine Unterwerfung erfüllen, indem er mich sicher zum Vater bringt. Christus existierte gemäß seiner Gottheit schon immer wesensgleich mit dem Vater, ihm an Macht gleich und ihm ähnlich, und es wäre sinnlos für mich, etwas anderes zu schreiben.
Schriftstellen
- 1Kor 15,28
- Joh 1,29
