Die ersten Christen

Das, was zuerst da war, ist wahr. Die Wahrheit ist von Anfang an.

6. Predigt zu Matthäus

Johannes Chrysostomos ⏱️ 28 Min. Lesezeit
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1

„Als Jesus in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes geboren war, siehe, da kamen Weise aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: 'Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben Seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, um Ihn anzubeten.'“ Wir bedürfen viel Wachsamkeit und zahlreicher Gebete, um zu der richtigen Auslegung dieses Textes zu gelangen. Wir wollen erkennen, wer diese Weisen waren, von woher sie kamen, wie sie sich aufmachten, wer sie veranlasste, und was es mit dem Stern auf sich hatte. Oder vielmehr, wenn ihr wollt, lassen wir zunächst vorbringen, was die Gegner der Wahrheit darüber behaupten. Denn der Teufel hat ihnen einen so heftigen Windstoß eingehaucht, dass sie selbst aus dieser Passage versuchen, Waffen gegen die Wahrheit zu schmieden. Was behaupten sie also? Sie sagen: „Seht, auch als Christus geboren wurde, erschien ein Stern; dies ist ein Zeichen dafür, dass auf die Astrologie Verlass ist.“ Wie aber, so fragen sie, könnte Er die Macht der Astrologie beseitigt, das Schicksal aufgehoben, die Münder der Dämonen verschlossen, den Irrtum vertrieben und alle solche Zauberei gestürzt haben, wenn Er doch selbst in Übereinstimmung mit diesem Gesetz geboren worden war? Und was, so fragen sie weiter, haben die Weisen allein aus dem Stern erkannt? Dass Er König der Juden war? Und dennoch war Er kein König über dieses Reich, wie Er auch zu Pilatus sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Jedenfalls trat Er nicht in dieser Weise als König auf: Er hatte weder Wachen mit Speeren oder Schilden, noch Pferde, noch Streitwagen, noch irgendetwas dergleichen um sich. Stattdessen führte Er ein Leben in Armut und Demut, begleitet von zwölf Männern niedriger Herkunft. Selbst wenn die Weisen Ihn als König erkannt hätten, aus welchem Grund wären sie gekommen? Denn sicher ist es nicht Aufgabe der Astrologie, allein aus den Sternen zu erkennen, wer geboren wird, sondern aus der Geburtsstunde zu deuten, was demjenigen widerfahren wird, so heißt es doch. Aber diese waren weder bei der Mutter in ihren Geburtswehen zugegen, noch kannten sie den genauen Zeitpunkt Seiner Geburt. Sie beobachteten also nicht den Lauf der Sterne ab Seinem Geburtsmoment, um daraus das Kommende zu berechnen. Im Gegenteil: Sie hatten den Stern schon lange zuvor in ihrem eigenen Land erscheinen sehen und machten sich nun auf, um Denjenigen zu sehen, der geboren war. Allein dies stellt bereits eine größere Schwierigkeit dar als die zuvor erwähnte. Welcher Grund oder welche Hoffnung auf zukünftige Vorteile könnte sie dazu bewogen haben, einen König zu verehren, der so weit entfernt war? Selbst wenn Er dazu bestimmt gewesen wäre, über sie zu herrschen, ließe sich das kaum vernünftig erklären. Hätte Er aber in königlichen Palästen das Licht der Welt erblickt, mit Seinem Vater, einem König, an Seiner Seite, so könnte man sagen, dass sie aus Höflichkeit dem Vater gegenüber das neugeborene Kind verehrten und sich auf diese Weise um Gunst bemühten. Doch nun, da sie weder erwarteten, dass Er ihr eigener König sein würde, sondern der eines fernen, fremden Volkes, und da sie Ihn noch nicht einmal herangewachsen sahen - was veranlasste sie, sich auf eine so lange Reise zu begeben, Geschenke darzubringen und das inmitten aller Gefahren, die mit einer solchen Unternehmung verbunden waren? Denn als Herodes davon hörte, war er überaus beunruhigt, und das ganze Volk war bestürzt, als sie durch die Weisen davon erfuhren. Aber diese Männer sahen dies nicht voraus? Nein, das wäre unvernünftig anzunehmen. Selbst wenn sie noch so töricht gewesen wären, hätten sie doch kaum übersehen können, dass sie, wenn sie in eine Stadt mit einem amtierenden König kämen und von einem anderen König sprechen würden, sich unausweichlich tausendfacher Todesgefahren aussetzten.

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Und warum verehrten sie überhaupt ein Kind in Wickeltüchern an? Hätte es sich um einen erwachsenen Mann gehandelt, könnte man sagen, dass sie sich, in der Erwartung der Hilfe, die sie von Ihm erhalten würden, einer Gefahr aussetzten, die sie vorausahnten. Doch dies wäre in höchstem Maße unvernünftig: dass ein Perser, ein Barbar, und einer der mit dem jüdischen Volk nichts gemeinsam hatte, bereit sein sollte, sein Heimatland, sein Volk und seine Freunde zu verlassen und sich einem fremden Königreich zu unterwerfen. Wenn dies schon töricht erscheint, so ist das Folgende noch viel törichter. Worin besteht dieses Weitere? Nachdem sie eine so lange Reise unternommen und das Kind verehrt hatten, brachten sie alles in Unruhe – und reisten dann sofort wieder ab. Welches Zeichen königlicher Würde sahen sie überhaupt, als sie nur einen Stall, eine Krippe, ein Kind in Wickeltüchern und eine arme Mutter erblickten? Wem überreichten sie also ihre Geschenke, und zu welchem Zweck? War es etwa üblich und gebräuchlich, allen neugeborenen Königen auf diese Weise Ehrerbietung zu erweisen, wo auch immer sie geboren wurden? Reisten sie ständig um die ganze Welt und beteten jene an, von denen sie wussten, dass sie aus niedriger und bescheidener Herkunft zu Königen werden würden, noch bevor sie den Thron bestiegen hatten? Nein, das kann niemand behaupten. Und aus welchem Grund verehrten sie Ihn überhaupt? Wenn es wegen gegenwärtiger Dinge geschah – was erwarteten sie von einem Säugling und einer Mutter von bescheidener Herkunft zu empfangen? Wenn es jedoch wegen zukünftiger Dinge war – woher wussten sie, dass das Kind, das sie in Wickeltüchern verehrten, sich an das erinnern würde, was damals geschah? Und wenn Seine Mutter Ihn daran hätte erinnern sollen, wären sie dennoch nicht der Ehre würdig gewesen, sondern der Bestrafung, da sie Ihn in eine Gefahr brachten, die sie hätten voraussehen müssen. Gerade deshalb war Herodes beunruhigt, suchte, forschte und nahm sich vor, Ihn zu töten. Denn überall, wo jemand einen künftigen König bekannt macht, wenn dieser noch als kleines Kind in privater Lage lebt, tut er nichts anderes, als ihn dem Tode auszuliefern und gegen ihn endlosen Krieg zu entfachen. Seht ihr, wie vielgestaltig die Absurditäten erscheinen, wenn wir diese Ereignisse nach menschlichem Ermessen und gewöhnlichen Maßstäben betrachten? Denn es könnten nicht nur diese, sondern noch viele weitere Fragen aufgeworfen werden, die noch mehr Anlass zu Zweifeln geben als das, was wir bereits angesprochen haben. Doch damit wir euch nicht durch eine Kette von Fragen verwirren, lasst uns nun mit der Lösung der angesprochenen Punkte beginnen, indem wir mit dem Stern selbst den Anfang machen.

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Denn wenn du herausfinden kannst, was für ein Stern dies war, von welcher Art und ob er ein gewöhnlicher Stern war oder neu und den anderen unähnlich, und ob er seiner Natur nach wirklich ein Stern war oder nur dem Anschein nach, dann werden wir auch die anderen Dinge leicht erkennen. Woher sollen uns diese Dinge dann klar werden? Aus den Schriften selbst. So ist zunächst einmal deutlich, dass dieser Stern nicht von der gewöhnlichen Art war, oder vielmehr überhaupt kein Stern, zumindest scheint es mir so, sondern irgendeine unsichtbare Macht, die in dieser Erscheinung auftrat. Dies ist zuerst an seiner Bahn ersichtlich. Denn es gibt keinen Stern, keinen einzigen, der sich auf diese Weise bewegt; sei es die Sonne, der Mond oder alle anderen Sterne, wir sehen sie alle von Osten nach Westen ziehen. Dieser aber bewegte sich von Norden nach Süden, denn so liegt Palästina in Bezug auf Persien. Zweitens erkennt man dies an der Tageszeit. Denn er erschien nicht in der Nacht, sondern am hellen Tag, während die Sonne schien. Dies liegt außerhalb der natürlichen Fähigkeit eines Sterns – ja, nicht einmal der Mond vermag das. Denn der Mond, der doch alle anderen Himmelskörper an Helligkeit übertrifft, verbirgt sich sofort und verschwindet, sobald die Strahlen der Sonne erscheinen. Dieser jedoch überstrahlte die Sonnenstrahlen durch sein eigenes übermäßiges Leuchten, indem er in solchem Glanz noch heller erstrahlte. Drittens erkennt man es daran, dass er mal erschien und sich dann wieder verbarg. Auf dem Weg bis nach Palästina erschien er und führte sie; doch nachdem sie Jerusalem betreten hatten, verbarg er sich. Dann, nachdem sie Herodes verlassen und ihm mitgeteilt hatten, weshalb sie gekommen waren und sich zur Abreise bereit machten, erschien er wieder. All dies entspricht nicht der Bewegung eines Sterns, sondern einer vernunftbegabten Macht. Denn er hatte nicht einmal eine eigene Bahn, sondern bewegte sich, wenn er sich bewegen sollte, stand still, wenn er stehen bleiben sollte, und regelte alles genau nach dem, was nötig war – ganz ähnlich der Wolkensäule, die das Lager der Juden mal zum Halten, mal zum Aufbruch bewegte, je nach Bedarf. Viertens wird dies auch daran deutlich, wie er Christus zeigte. Denn er blieb nicht oben am Himmel stehen, um den Ort anzuzeigen, was den Weisen auch gar nicht möglich gewesen wäre, so genau zu erkennen; sondern er kam herab und erfüllte diese Aufgabe. Denn du weißt, dass ein solch kleiner Ort, nur so groß wie ein Unterstand oder eher wie der Platz, den der Körper eines kleinen Kindes einnimmt, unmöglich von einem Stern angezeigt werden könnte. Wegen seiner ungeheuren Höhe hätte er diesen begrenzten Ort nicht genau genug anzeigen können, um ihn den Suchenden zu offenbaren. Das sieht man am Mond, der alle Sterne an Größe überragt und dennoch allen Menschen, die auf der weiten Erde verstreut sind, so nah zu sein scheint. Wie also, sag mir, konnte der Stern einen so kleinen Ort anzeigen, gerade den Raum einer Krippe und eines Stalls, es sei denn, er verließ seine Höhe, kam herab und stand direkt über dem Haupt des Kindes? Genau darauf spielte der Evangelist an, als er sagte: „Siehe, der Stern ging vor ihnen her, bis er kam und stehen blieb über dem Ort, wo das Kind war.“

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Siehst du nun, wie viele Beweise dafür sprechen, dass dieser Stern nicht einer von den gewöhnlichen war und sich nicht entsprechend der Ordnung der sichtbaren Schöpfung zeigte? Und warum erschien er überhaupt? Um die Juden für ihre Gleichgültigkeit zu tadeln und ihnen jede Ausrede für ihre absichtliche Unwissenheit zu nehmen. Denn da Derjenige, der gekommen war, das alte Gesetz beenden und die Welt zur Anbetung seiner selbst rufen wollte, und da Er auf dem ganzen Land und Meer angebetet werden sollte, öffnete Er sogleich von Anfang an den Heiden die Tür, indem Er durch Fremde Sein eigenes Volk ermahnen wollte. Weil die Propheten immer wieder von Seinem Kommen gesprochen hatten und sie dennoch wenig Beachtung schenkten, ließ Er sogar Barbaren aus einem fernen Land kommen, um nach dem König zu suchen, der mitten unter ihnen war. Und sie lernten zuerst von der persischen Sprache, was sie nicht von den Propheten annehmen wollten, damit sie, wenn sie ehrlich sein wollten, den stärksten Anreiz zur Gehorsamkeit hätten, und wenn sie streitsüchtig wären, fortan jeder Ausrede beraubt würden. Denn was hätten sie wohl sagen können, die Christus trotz so vieler Propheten nicht aufnahmen, als sie sahen, dass Weise beim Anblick eines einzigen Sterns diesen anerkannten und Den anbeteten, der offenbart worden war? Ganz ähnlich handelte Er damals bei den Niniviten, als Er Jona sandte, und bei der Samariterin und der kanaanäischen Frau; ebenso verfuhr Er bei den Magiern. Aus diesem Grund sagte Er auch: „Die Männer von Ninive werden aufstehen und werden richten“ und „die Königin des Südens wird aufstehen und diese Generation richten“; denn jene glaubten den kleineren Zeichen, die Juden aber nicht einmal den größeren. "Und warum," könnte man fragen, "zog Er sie durch ein solches Zeichen an?" Wie hätte Er es sonst tun sollen? Propheten senden? Doch die Weisen Männer vom Osten hätten Propheten nicht beachtet. Eine Stimme vom Himmel ertönen lassen? Auch darauf hätten sie nicht geachtet. Einen Engel senden? Selbst diesen hätten sie wohl ignoriert. Aus diesem Grund ließ Gott alle diese Mittel beiseite und rief sie durch etwas, das ihnen vertraut war, in einer äußerst herablassenden Weise; Er zeigte ihnen einen großen und außergewöhnlichen Stern, um sie sowohl durch seine Größe und Schönheit als auch durch die Art seines Weges in Erstaunen zu versetzen. Nach diesem Vorbild argumentierte auch Paulus mit den Griechen, indem er von einem heidnischen Altar aus, Zeugnisse von ihren Dichtern anführte. Und bei den Juden sprach er nicht ohne Hinweis auf die Beschneidung. Opfer machte er zum Anfang seiner Unterweisung für diejenigen, die unter dem Gesetz lebten. Denn da jedem das Vertraute lieb ist, richten sowohl Gott als auch die von Ihm Gesandten ihre Maßnahmen an diesem Prinzip aus, um die Welt zur Erlösung zu führen. Halte es daher nicht für unwürdig, dass Er die Weisen durch einen Stern rief; denn nach demselben Maßstab müsstest du auch an den jüdischen Riten Anstoß nehmen, an den Opfern, den Reinigungen, den Neumonden, der Bundeslade und sogar am Tempel selbst. Denn auch diese hatten ihren Ursprung in den groben Vorstellungen der Heiden. Dennoch duldete Gott es, dass jene, die in die Irre gegangen waren, durch diese Dinge Ihm dienten, durch welche die Heiden sonst den Dämonen dienten; nur veränderte Er sie leicht, um sie nach und nach von ihren Gewohnheiten wegzuziehen und sie zur höchsten Weisheit zu führen. So handelte Er auch bei den Weisen und verschmähte es nicht, sie durch den Anblick eines Sterns zu rufen, um sie später zu noch höheren Erkenntnissen zu führen. Nachdem Er sie also durch den Stern herangeführt und sie letztendlich zur Krippe geführt hatte, sprach Er nun nicht mehr durch den Stern zu ihnen, sondern durch einen Engel. So wurden sie Schritt für Schritt zu besseren Menschen. Und so handelte Er auch mit den Bewohnern von Askalon und Gaza. Denn auch diese fünf Städte, als sie bei der Ankunft der Lade von einer tödlichen Plage heimgesucht wurden und keinen Ausweg aus ihrem Leid fanden, riefen ihre Propheten herbei, versammelten sich und suchten nach einer Lösung für diese göttliche Plagen. Als dann ihre Propheten sagten, sie sollten die Lade an ungezähmte Kühe spannen, die ihre ersten Kälber hatten, und sie ohne Führer ihren Weg gehen lassen, um so herauszufinden, ob die Plage von Gott oder nur ein Zufall war – "denn wenn sie," so hieß es, "das Joch wegen mangelnder Übung zerbrechen oder dorthin abbiegen würden, wo ihre Kälber riefen, sei es ein Zufall; wenn sie aber geradeaus gingen, ohne vom Weg abzuweichen und weder das Rufen ihrer Jungen noch ihre Unerfahrenheit sie beeinflusste, sei es klar, dass die Hand Gottes diese Städte heimsuchte" –, als also die Bewohner jener Städte diesen Worten ihrer Propheten folgten und taten, was ihnen befohlen wurde, führte auch Gott den Rat der Propheten aus, zeigte Nachsicht und scheute sich nicht, die Vorhersage der Propheten zu erfüllen und sie in ihrem Wort glaubwürdig erscheinen zu lassen. Denn so war das erreichte Gute größer, da sogar Seine Feinde selbst Zeugnis von der Macht Gottes ablegten; ja, ihre eigenen Lehrer bezeugten Ihn. Und man kann viele andere solcher Dinge finden, die von Gott bewirkt wurden. Denn was im Fall der Hexe von Endor geschah, ist ebenfalls eine solche Art der Herablassung; was du nun anhand des Gesagten erklären kannst. Über den Stern haben wir dies gesagt, und noch mehr könnte vielleicht von dir hinzugefügt werden; denn es heißt: „Gib einem Weisen eine Gelegenheit, und er wird noch weiser werden“. Doch nun müssen wir zum Anfang des Gelesenen zurückkehren.

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Und was ist der Anfang? „Als Jesus in Bethlehem in Judäa geboren wurde, zur Zeit des Königs Herodes, kamen Weise aus dem Osten nach Jerusalem.“ Während die Weisen dem Stern folgten, glaubten die anderen nicht, obwohl die Propheten in ihren Ohren klangen. Warum erwähnt er uns sowohl die Zeit als auch den Ort, indem er sagt: "in Bethlehem" und "in den Tagen des Königs Herodes"? Und warum fügt er auch seinen Rang hinzu? Seinen Rang, weil es auch einen anderen Herodes gab, der Johannes tötete; jener war jedoch ein Tetrarch, dieser ein König. Auch der Ort und die Zeit werden genannt, um uns an alte Prophezeiungen zu erinnern; eine davon wurde von Micha ausgesprochen, der sagt: „Und du, Bethlehem, im Land Juda, bist keineswegs der geringste unter den Fürsten von Juda“; und die andere stammt von dem Patriarchen Jakob, der uns die Zeit deutlich markiert und das große Zeichen Seines Kommens festlegt. Denn er sagt: „Ein Herrscher wird nicht aus Juda fehlen, noch ein Führer aus seinen Lenden, bis Der kommt, für den es bestimmt ist, und Er ist die Erwartung der Heiden.“ Es ist auch wert, zu untersuchen, woher sie den Gedanken fassten und wer sie dazu anregte. Denn es scheint mir nicht nur das Werk des Sterns zu sein, sondern auch Gottes Wirken, der ihre Seelen bewegte; ähnlich wie Er es auch bei Kyros tat, indem Er ihn dazu brachte, die Juden ziehen zu lassen. Er tat dies jedoch nicht so, dass er ihren freien Willen zerstörte, denn selbst als Er Paulus von oben mit einer Stimme rief, offenbarte Er sowohl Seine eigene Gnade als auch Paulus' Gehorsam. Warum offenbarte Er dies jedoch nicht allen Weisen des Ostens? Weil nicht alle geglaubt hätten, aber diese waren besser vorbereitet als die anderen; denn es gab auch unzählige Nationen, die zugrunde gingen, aber nur zu den Niniviten wurde der Prophet gesandt; und es hingen zwei Diebe am Kreuz, aber nur einer wurde gerettet. Sieh zumindest die Tugend dieser Männer, nicht nur durch ihr Kommen, sondern auch durch ihren Mut in der Rede. Damit sie nicht wie eine Art Betrüger erscheinen, erzählen sie, wer ihnen den Weg gezeigt hat, und die Länge ihrer Reise; und als sie kamen, hatten sie den Mut zu sagen: „Denn wir sind gekommen, um Ihn anzubeten“; und sie fürchteten weder den Zorn des Volkes noch die Tyrannei des Königs. Daher scheinen sie mir auch zu Hause Lehrer ihrer Landsleute gewesen zu sein. Denn diejenigen, die hier nicht zögerten, dies zu sagen, würden viel eher in ihrem eigenen Land mutig sprechen, da sie sowohl das Orakel vom Engel als auch das Zeugnis des Propheten empfangen hatten.

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"Als Herodes," so sagt die Schrift, "hörte, war er erschrocken, und ganz Jerusalem mit ihm." Herodes war natürlich beunruhigt, da er als König sowohl um sich selbst als auch um seine Kinder fürchtete. Aber warum war Jerusalem beunruhigt? Die Propheten hatten doch einen Erlöser, Wohltäter und Befreier aus der Höhe angekündigt. Warum also war Jerusalem in Aufruhr? Aus demselben Gefühl heraus, das sie zuvor dazu brachte, sich von Gott abzuwenden, während sie Seine Wohltaten empfingen, und sich an die Fleischtöpfe Ägyptens zu erinnern, während sie in großer Freiheit lebten. Beachtet bitte die Genauigkeit der Propheten. Denn genau das hatte der Prophet von Anfang an vorausgesagt, indem er sagte, "Sie würden sich freuen, wenn sie mit Feuer verbrannt worden wären; denn uns ist ein Kind geboren, uns ist ein Sohn gegeben." Trotz ihrer Beunruhigung suchen sie jedoch nicht, herauszufinden, was geschehen ist. Sie folgen den Weisen nicht und stellen keine besonderen Nachforschungen an; so sehr waren sie sowohl streitsüchtig als auch nachlässig im Vergleich zu allen anderen Menschen. Denn obwohl sie Grund gehabt hätten, stolz darauf zu sein, dass der König unter ihnen geboren wurde und das Land der Perser zu Ihm gezogen war, und sie kurz davor standen, alle untertan zu haben, als ob sich ihre Angelegenheiten zum Besseren gewendet hätten und von Anfang an Sein Reich so glanzvoll geworden wäre, wurden sie dennoch nicht besser. Dabei waren sie gerade erst aus ihrer Gefangenschaft befreit worden; und es wäre nur natürlich gewesen, dass sie, selbst wenn sie nichts von den hohen und geheimnisvollen Dingen wussten, sondern ihr Urteil nur aus dem Gegenwärtigen bildeten, dachten: "Wenn sie bereits bei der Geburt unseres Königs so zittern, umso mehr werden sie, wenn Er erwachsen ist, Ihm fürchten und gehorchen, und unser Zustand wird glorreicher sein als der der Barbaren."

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Doch nichts von alledem weckt sie komplett auf, so groß ist ihre Trägheit und auch ihre Neid. Beides müssen wir mit größter Sorgfalt aus unserem Geist herausreißen. Wer in solch einer Aufstellung bestehen will, muss leidenschaftlicher sein als Feuer. Deshalb sagte auch Christus: "Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu senden, und ich wünschte, es wäre bereits entzündet." In diesem Zusammenhang sind auch die frommen Tränen ein Keim ewiger und unvergänglicher Freude. So wurde die Hure durch dieses Feuer ehrbarer als die Jungfrauen. Das heißt, sie wurde durch die Reue gründlich erwärmt und wurde von ihrem sehnsüchtigen Verlangen nach Christus aus sich selbst herausgetragen; sie ließ ihr Haar los, benetzte mit ihren Tränen Seine heiligen Füße, wischte sie mit ihren eigenen Locken ab und verbrauchte das Salböl. All dies waren äußere Ergebnisse, aber die in ihrem Geist vollbrachten Dinge waren weit leidenschaftlicher als diese; solche Dinge sah nur Gott allein. Deshalb freut sich jeder, der hört, mit ihr und erfreut sich an ihren guten Werken und spricht ihr jede Schuld ab. Wenn wir, die wir böse sind, jedoch dieses Urteil fällen, bedenkt, welches Urteil sie von Gott, der die Menschen liebt, erhielt und wie viel ihre Buße, selbst vor Gottes Gaben, ihr an Segen einbrachte.

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So wie nach einem heftigen Regenschauer der Himmel klar wird, so entsteht auch, wenn die Tränen herabströmen, eine Ruhe und Gelassenheit, und die Dunkelheit, die aus unseren Sünden folgt, verschwindet völlig. So wie wir durch Wasser und Geist, so auch durch Tränen und Bekenntnis ein zweites Mal gereinigt werden; es sei denn, wir handeln aus Eitelkeit und zur Schau: Denn einer Frau, deren Tränen von solcher Art sind, würde ich zu Recht eine Verurteilung zusprechen, mehr als wenn sie sich mit Schminke und Farben herausputzt. Ich suche jene Tränen, die nicht zur Schau, sondern aus innerer Zerknirschung vergossen werden; jene, die heimlich und in der Stille, ohne dass ein Mensch sie sieht, sanft und geräuschlos herabfließen; jene, die aus einer gewissen Tiefe des Geistes kommen, die in Angst und Trauer vergossen werden, die allein für Gott sind; wie die von Hannah, deren "Lippen sich bewegten", wie gesagt wird, aber "ihre Stimme nicht gehört wurde"; dennoch äußerten ihre Tränen einen Schrei, der klarer war als jeder Trompetenstoß. Und deshalb öffnete Gott auch ihren Schoß und machte den harten Felsen zu einem fruchtbaren Feld. Wenn auch du so weinst, bist du ein Nachfolger deines Herrn geworden. Ja, denn auch Er weinte, sowohl über Lazarus als auch über die Stadt; und über Judas war Er sehr betrübt. Oft sieht man Ihn weinen, aber nirgends lächeln oder lachen, zumindest hat keiner der Evangelisten dies erwähnt. Auch in Bezug auf Paulus wird gesagt, dass er weinte, und dass er dies drei Jahre lang Tag und Nacht tat, was er selbst von sich sagt und was andere über ihn berichten. Dass er jedoch lachte, hat er selbst nirgends erwähnt, und auch kein anderer Heiliger hat dies über ihn oder einen anderen wie ihn gesagt. Nur von Sara wird gesagt, dass sie lachte, als sie getadelt wurde, und von dem Sohn Noahs, als er als Freier zum Sklaven wurde.

9

Ich sage dies nicht, um all Lachen gänzlich zu unterdrücken, sondern um die Zerstreuung des Geistes zu beseitigen. Denn warum, frage ich euch, lebt ihr in Luxus und Zügellosigkeit, während ihr noch mit so schweren Anklagen konfrontiert seid und vor einem furchtbaren Gericht stehen müsst, um Rechenschaft über alles abzugeben, was hier geschehen ist? Ja, wir müssen sowohl über das, was wir willentlich gesündigt haben, als auch über das, was gegen unseren Willen geschah, Rechenschaft ablegen. Denn "wer mich vor den Menschen verleugnet, den werde ich auch vor meinem Vater verleugnen." Solch eine Verleugnung geschieht sicherlich gegen unseren Willen, doch entgeht sie dennoch nicht der Strafe, und auch darüber müssen wir Rechenschaft ablegen – sowohl über das, was wir wissen, als auch über das, was wir nicht wissen. "Denn ich weiß nichts selbst," sagt einer, "doch bin ich dadurch nicht gerechtfertigt." Sowohl für das, was wir in Unwissenheit getan haben, als auch für das, was wir wissentlich getan haben, müssen wir Rechenschaft ablegen. "Denn ich gebe ihnen Zeugnis, dass sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach Erkenntnis." Doch dies genügt ihnen nicht als Entschuldigung. Und als er an die Korinther schrieb, sagte er: "Denn ich fürchte, dass vielleicht, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so eure Gedanken von der Einfachheit, die in Christus ist, verdorben werden." Angesichts dieser großen Dinge, für die ihr Rechenschaft ablegen müsst, sitzt ihr da und lacht, redet witzig und gebt euch dem Luxus hin? Man könnte sagen: "Wenn ich das nicht tun, sondern trauern würde, was hätte ich dann davon?" Sehr viel, ja so viel, dass es unmöglich ist, es mit Worten auszudrücken. Denn während ihr vor den irdischen Gerichten so viel weint, wie ihr wollt, könnt ihr nach dem Urteil nicht entkommen; hier hingegen, wenn ihr nur seufzt, hebt ihr das Urteil auf und erlangt Vergebung. Deshalb spricht Christus viel über das Trauern, segnet die Trauernden und erklärt die Lachenden für elend. Denn dies ist nicht der Ort für Lachen, und wir sind nicht zusammengekommen, um übermäßiger Fröhlichkeit nachzugeben, sondern um zu seufzen und durch dieses Seufzen ein Reich zu erben. Doch du, wenn du vor einem König stehst, erträgst du nicht einmal ein Lächeln; und wenn der Herr der Engel in dir wohnt, stehst du dann nicht mit Zittern und aller gebotenen Selbstbeherrschung da, sondern lachst vielmehr oft, wenn Er unzufrieden ist? Berücksichtigst du nicht, dass du Ihn auf diese Weise mehr provozierst als durch deine Sünden? Denn Gott wendet sich nicht so sehr von denen ab, die sündigen, wie von denen, die nach ihrer Sünde nicht bestürzt sind. Dennoch gibt es einige, die so sinnlos sind, dass sie selbst nach diesen Worten sagen: "Nein, fern sei es von mir, jemals zu weinen; möge Gott mir gewähren, all meine Tage zu lachen und zu spielen." Was kann kindischer sein als dieser Geist? Denn nicht Gott gewährt das Spielen, sondern der Teufel. Höre zumindest, was das Schicksal derer war, die spielten. Es wird gesagt, "dass das Volk sich setzte, um zu essen und zu trinken, und aufstand, um zu spielen." So waren sie in Sodom, so waren sie zur Zeit der Flut. Von den Sodomitern wird gesagt, dass sie "in Stolz, Überfluss und Fülle des Brotes übermütig wurden." Und die, die zur Zeit Noahs lebten, sahen, wie die Arche viele Jahre lang vorbereitet wurde, lebten in sinnloser Fröhlichkeit und ahnten nichts von dem, was kommen würde. Aus diesem Grund kam die Flut und riss sie alle hinweg und brachte in diesem Augenblick das gemeinsame Schiffbruch der Welt. Fragt also Gott nicht nach diesen Dingen, die ihr vom Teufel empfangt. Denn es ist Gottes Teil, ein zerknirschtes und demütiges Herz zu geben, nüchtern, selbstbeherrscht und ehrfürchtig, voll von Reue und Zerschlagenheit. Dies sind Seine Geschenke, denn gerade diese Dinge brauchen wir am meisten. Ja, denn ein schwerer Kampf steht bevor, und gegen die unsichtbaren Mächte kämpfen wir; gegen "die geistlichen Bosheiten", "gegen die Gewalten, gegen die Herrschaften" ist unser Krieg. Es ist gut für uns, wenn wir, während wir ernsthaft und nüchtern und vollkommen wach sind, in der Lage sind, dieser wilden Phalanx standzuhalten. Doch wenn wir lachen und uns vergnügen und immer alles leicht nehmen, selbst vor dem Kampf, werden wir durch unsere eigene Nachlässigkeit überwunden.

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Es steht uns nicht zu, ständig zu lachen und uns dem Luxus hinzugeben. Solches Verhalten gehört zu den Schauspielern, den Huren, den Männern, die für diesen Zweck zurechtgemacht sind, zu den Parasiten und Schmeichlern; nicht zu denen, die zum Himmel berufen sind, nicht zu denen, die in die Stadt oben eingeschrieben sind, nicht zu denen, die geistliche Waffen tragen, sondern zu denen, die auf der Seite des Teufels stehen. Denn er ist es, der diese Dinge zur Kunst erhoben hat, um die Soldaten Christi zu schwächen und die Nerven ihres Eifers zu erweichen. Aus diesem Grund hat er auch Theater in den Städten errichtet und diese Narren ausgebildet. Durch ihren schädlichen Einfluss bringt er eine Art Pestilenz über die ganze Stadt und verführt die Menschen dazu, den Dingen zu folgen, vor denen Paulus uns gewarnt hat, wie etwa dem "törichten Reden und Scherzen." Und was noch schlimmer ist, ist das Thema des Lachens. Wenn die, die solche absurden Dinge aufführen, irgendein Wort der Blasphemie oder Schändlichkeit äußern, dann lachen viele unter den Unbedachten und sind erfreut, indem sie das applaudieren, wofür sie sie eigentlich steinigen sollten, und ziehen sich damit das Feuer der Hölle zu. Denn die, die die Sprecher solcher Worte loben, sind es vor allem, die die Menschen zu solchem Reden anregen; daher müssen sie auch gerechter für die Strafe verantwortlich gemacht werden, die diesen Dingen zukommt. Wäre niemand, der in solchen Fällen zusieht, würde auch niemand handeln; aber wenn sie sehen, dass ihr Handwerk, ihre Kunst und ihr Einkommen für den Fortgang solcher Dinge aufgegeben wird, gewinnen sie dadurch eine größere Vorliebe und zeigen mehr Eifer für diese Dinge. Ich sage dies nicht, um sie von der Tadel zu befreien, sondern damit ihr lernt, dass es hautpsächlich ihr seid, die die Wurzel solcher Gesetzlosigkeit speist; ihr, die ihr euren ganzen Tag mit diesen Dingen verbringt, die profan die heiligen Dinge der Ehe zur Schau stellt und das große Geheimnis offen verspottet. Denn nicht einmal der, der diese Dinge tut, ist so sehr der Übeltäter wie ihr vor ihm; ihr, die ihr ihn auffordert, diese Dinge zu spielen, oder besser gesagt, die ihr nicht nur auffordert, sondern sogar eifrig dabei seid, Freude daran habt, lacht und lobt, was getan wird, und auf jede Weise die Werkstätten des Teufels stärkt. Sag mir, mit welchen Augen wirst du nach all dem deiner Frau zu Hause ins Gesicht sehen, nachdem du sie dort beleidigt hast? Oder wie kannst du dich schämen, wenn du an die Partnerin deines Hauses erinnert wirst, während du siehst, wie die Natur selbst offen beschämt wird? Sage mir nicht, dass das, was geschieht, Schauspielerei ist; denn dieses Schauspiel hat viele Ehebrecher hervorgebracht und viele Familien zerstört. Und darüber trauere ich besonders, dass das, was geschieht, nicht einmal böse zu sein scheint, sondern dass es sogar Beifall und Lärm und viel Gelächter über so schändlichen Ehebruch gibt. Was sagst du? Dass das, was geschieht, Schauspielerei ist? Nun, aus genau diesem Grund müssen sie zehntausend Tode wert sein, dass sie sich bemühen, das nachzuahmen, was alle Gesetze den Menschen gebieten zu meiden. Denn wenn das Ding selbst schlecht ist, dann ist auch die Nachahmung davon schlecht. Und ich sage noch nicht einmal, wie viele Ehebrecher sie machen, die solche Szenen der Ehebrecherei spielen, wie sie die Zuschauer solcher Dinge mutig und schamlos machen; denn nichts ist voller Unzucht und Kühnheit als ein Auge, das es wagt, solche Dinge zu betrachten. In einem Marktplatz würdest du nicht wählen, eine Frau nackt zu sehen, oder besser gesagt, nicht einmal in einem Haus, sondern du würdest so etwas als eine Schande betrachten. Und du gehst ins Theater, um die gemeinsame Natur von Männern und Frauen zu beleidigen und deine eigenen Augen zu beschämen? Sage nicht, dass die, die entblößt wird, eine Hure ist; denn die Natur ist die gleiche, und es sind beides Körper, sowohl der der Hure als auch der der freien Frau. Wenn dies also nichts Falsches ist, was ist der Grund, dass du, wenn du dies auf einem Marktplatz siehst, sowohl selbst schnell weggehst als auch die, die sich unschicklich verhält, wegdrängst? Oder ist es so, dass, wenn wir allein sind, so etwas empörend ist, aber wenn wir versammelt sind und alle zusammen sitzen, es nicht mehr so beschämend ist? Nein, das ist Absurdität und Schande, und Worte von höchster Torheit; und es wäre besser, die Augen mit Schlamm und Dreck zu beschmieren, als Zuschauer einer solchen Übertretung zu sein. Denn sicherlich ist Dreck nicht so schädlich für ein Auge wie ein unzüchtiger Anblick und das Schauspiel einer nackten Frau. Höre zum Beispiel, was am Anfang Nacktheit verursachte, und lies den Anlass solcher Schande. Was hat also Nacktheit verursacht? Unser Ungehorsam und der Rat des Teufels. So war es von Anfang an, von der allerersten Stunde an, sein Plan. Doch sie schämten sich wenigstens, als sie nackt waren, aber du bist stolz darauf; "du hast," gemäß dem Wort des Apostels, "deinen Ruhm in deiner Schande." Wie wird deine Frau dich dann ansehen, wenn du von solcher Bosheit zurückkehrst? Wie wird sie dich empfangen? Wie wird sie mit dir sprechen, nachdem du die gemeinsame Natur der Frau so öffentlich beschämt hast und durch einen solchen Anblick zum Gefangenen und Sklaven der Huren gemacht wurdest? Wenn du nun traurig bist, diese Dinge zu hören, danke ich dir sehr, denn wer macht mich froh, wenn nicht der, der durch mich betrübt wird? Höre also niemals auf, um sie zu trauern und dich darüber zu ärgern; denn der Kummer, der aus solchen Dingen kommt, wird für dich der Anfang einer Veränderung zum Besseren sein. Aus diesem Grund habe ich auch meine Sprache verstärkt, damit ich tiefer schneiden kann, um dich von dem Gift derer zu befreien, die dich berauschen; damit ich dich zurückbringen kann zu einer reinen Gesundheit der Seele; was Gott uns allen gewähren möge, und dass wir die Belohnungen erlangen, die für diese guten Taten aufbewahrt sind, durch die Gnade und die Menschenliebe unseres Herrn Jesus Christus, dem sei Ehre und Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.