Die ersten Christen

Das, was zuerst da war, ist wahr. Die Wahrheit ist von Anfang an.

Zu den Inschriften der Säulenschrift

Eustathius von Antiochien ⏱️ 3 Min. Lesezeit
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Es zeigt sich also, dass er von zwei Arten von Säulen ausgeht; denn er würde wohl kaum die Säule Jakobs lobend anerkennen und gleichzeitig die der Gegner als gottlos errichtet verdammen. Jene aber bilden auf ehrlose Weise dämonische Trugbilder des Götzendienstes ab, während die des Vorvaters Jakob nicht dieselbe Sache darstellt wie jene. Denn der gerechte Mann, vom Heiligen Geist unterwiesen, sieht zuerst die körperliche Gestalt Christi selbst klar im Voraus abgebildet, die sichtbar ist und räumliche Begrenzung hat. Zweitens berichtet er auch vom siegreichen Siegeszeichen des Kreuzes, das einer Leiter ähnlich dargestellt wird. Denn an diesem wurde er hoch oben befestigt, als er alle zu sich zog. Wer nachdenkt, kann erkennen, dass manche die Leiden der Versuchungen selbst dem Namen nach Treppenstufen nennen, da sie steile Aufstiege und Abstiege andeuten; der Form nach aber gleicht die Leiter gewissermaßen dem Kreuz, da sie aus senkrechten und waagerechten Hölzern zusammengefügt ist. Als er also eine solche Vision geschaut hatte, nahm er den Stein, auf den er seinen Kopf gelegt und geruht hatte, stellte ihn als Säule auf zum Gedenken an die Geschichte, indem er ihn als Abbild der ihm erschienenen Person kennzeichnete, worin er eine Erneuerung der Erinnerung begründete, und indem er ihn Haus Gottes nannte, spielte er auf den Tempel Gottes, des Wortes, an, wie auch der Sohn des Allherrschers selbst offenbarte: „Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten.“1 Schon damals nannte er denselben auch Pforte des Himmels, da wir, wenn wir durch den Tempelbau Christi an Körper und Seele gereinigt werden, uns der göttlichen Natur nähern können. Deshalb goss er auch das Öl nicht untätig auf die Spitze der Säule; vielmehr war dies ein Hinweis auf das, was Maria eifrig tat, als sie Salböl von oben herab auf die Füße Christi goss. Und dies war wiederum eine Ankündigung des Begräbnisses, wie der Herr selbst offen erklärte. Dieser Stein aber bildet jenen Eckstein ab: „Den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.“2

Die heiligen Schriften zeigen zwei Nationen und zwei Völker an. Und dafür ist Mose Zeuge; in der Schöpfungsgeschichte, wo er das Leben der Rebekka erzählt, berichtet er, wie sie hinging, um den Herrn zu befragen wegen dem, was sie empfangen hatte. Da sagt er: „Der Herr sprach zu ihr: Zwei Nationen sind in deinem Leib, und zwei Völker werden sich aus deinem Schoß scheiden, und ein Volk wird das andere überragen, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.“3 Es gibt zwar viele Nationen und viele Völker, doch diese zwei nennt er in besonderer Weise Völker, die gewürdigt wurden, dass ihnen die Lehre der Frömmigkeit anvertraut wurde – er erwähnt weder Spaltungen noch Häresien noch solche, die bloß dazugezählt werden –, sondern zwei Völker sind es, die an vielen Orten der Erde ausgebreitet sind: Christen und Juden. Derjenige aber, der sich brüstet, an Jahren der Ältere zu sein, wird, da es ihm an Tugend fehlt, dem Jüngeren dienen; denn er sagte: „Der Dumme wird dem Klugen Sklave sein.“4 Von da an schrieb er ihm vor, auf dem Thron des Heiligen zu sitzen, und machte deutlich, dass er als Throngefährte des göttlichen Geistes erwiesen ist, wegen des Gottes, der dauerhaft in ihm wohnt.

Schriftstellen

  1. Joh 2,19
  2. Ps 117,22
  3. Gen 25,23
  4. Spr 11,29