Brief 60 - Schauspieler abgelehnt
Cyprian an Euchratius, seinen Bruder, Grüße. Aus unserer gegenseitigen Liebe und deiner Ehrfurcht mir gegenüber hast du, mein lieber Bruder, gedacht, dass ich zu einem bestimmten Schauspieler, der unter euch lebt und weiterhin die Schande seiner Kunst verbreitet, konsultiert werden sollte. Als Meister und Lehrer, nicht zur Unterweisung, sondern zur Zerstörung von Jungen, gibt er das, was er bedauerlicherweise gelernt hat, auch an andere weiter. Du fragst, ob ein solcher mit uns verkehren sollte. Ich denke, es steht weder der göttlichen Majestät noch der Disziplin des Evangeliums zu, dass die Bescheidenheit und der Ruf der Kirche durch eine so schändliche und berüchtigte Ansteckung verunreinigt werden. Denn da im Gesetz den Menschen verboten ist, ein Frauenkleid zu tragen, und diejenigen, die in dieser Weise sündigen, als verflucht gelten, wie viel größer ist dann das Verbrechen, nicht nur Frauenkleider zu nehmen, sondern auch niederträchtige, verweichlichte und luxuriöse Gesten durch die Lehre einer unzüchtigen Kunst auszudrücken.
Noch soll sich niemand damit entschuldigen, dass er selbst das Theater aufgegeben hat, während er anderen weiterhin die Kunst lehrt. Denn er kann nicht den Anschein erwecken, es aufgegeben zu haben, der andere an seiner Stelle einsetzt und anstelle seiner selbst viele in seinem Namen versorgt. Gegen Gottes Anordnung lehrt er, wie ein Mann in eine Frau verwandelt werden kann und sein Geschlecht durch Kunst geändert wird, und wie der Teufel, der das göttliche Bild verunreinigt, durch die Sünden eines verdorbenen und geschwächten Körpers befriedigt werden kann. Wenn ein solcher jedoch Armut und die Notwendigkeit geringer Mittel anführt, kann auch seine Not unter den anderen, die durch die Unterstützung der Kirche erhalten werden, gemildert werden, sofern er mit sehr bescheidenem, aber unschuldigem Essen zufrieden ist. Und er soll nicht denken, dass er durch die Erlaubnis, nicht mehr zu sündigen, erlöst wird, denn das ist nicht für uns, sondern für ihn selbst ein Vorteil. Was er darüber hinaus wünscht, muss er dort suchen, wo solche Gewinne die Menschen vom Festmahl Abrahams, Isaaks und Jakobs abbringen und sie traurig und schädlich in dieser Welt zu den ewigen Qualen von Hunger und Durst führen. Daher rufe ihn, soweit es dir möglich ist, von dieser Verderbtheit und Schande zurück auf den Weg der Unschuld und zur Hoffnung auf das ewige Leben, damit er mit der Unterstützung der Kirche zufrieden sein kann, die zwar bescheiden, aber gesund ist. Sollte die Kirche bei euch nicht ausreichen, um den Bedürftigen Unterstützung zu bieten, kann er sich zu uns wenden und hier das Notwendige für Nahrung und Kleidung erhalten, ohne anderen tödliche Dinge außerhalb der Kirche zu lehren, sondern selbst in der Kirche gesunde Dinge zu lernen. Ich verabschiede mich von dir, mein lieber Bruder, stets herzlich.
