2. Brief über die Jungfräulichkeit
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Ich möchte, dass ihr, Brüder, wisst, wie unsere Lebensweise in Christus an den Orten ist, wo wir wohnen, und wie die unserer Brüder hier aussieht, und wenn es euch gefällt, dann richtet euer Leben im Herrn ebenso aus. Mit Gottes Hilfe verhalten wir uns so: Wir leben nicht gemeinsam mit Jungfrauen und haben nichts mit ihnen gemeinsam; wir essen und trinken nicht mit Jungfrauen, und dort, wo eine Jungfrau schläft, schlafen wir nicht. Auch waschen Frauen uns nicht die Füße und salben uns nicht, und wir übernachten niemals an dem Ort, wo ein unverheiratetes Mädchen oder eine Gott geweihte schläft; ja, wir bleiben nicht einmal über Nacht im selben Haus, wenn sie allein darin ist, selbst wenn es in einem anderen Teil der Wohnung ist. Wenn uns irgendwann widrige Umstände treffen, ob auf dem Feld oder in einem Dorf oder in einer Stadt oder an irgendeinem anderen Ort, und sich an diesem Ort Brüder finden, dann gehen wir in das Haus eines der Brüder und rufen alle übrigen Brüder dort zusammen. Dann teilen wir ermutigende und mahnende Worte mit ihnen, und die unter uns, die die Gabe des Wortes haben, reden nüchtern, ernst und bescheiden in der Furcht Gottes zu ihnen und drängen sie, in allem nach dem Wohlgefallen Gottes zu handeln, im Guten voranzukommen und in guten Werken zuzunehmen und „um nichts besorgt zu sein,“1 wie es für das Volk Gottes angemessen und recht ist.
Wenn es sich aber ergibt, dass wir noch weit weg von unserer Heimat oder unseren Verwandten sind, der Tag sich neigt und der Abend hereinbricht, und die Brüder uns aus brüderlicher Liebe und Gastfreundschaft drängen, bei ihnen zu bleiben, damit wir gemeinsam wachen, das heilige Wort Gottes hören, es in die Tat umsetzen und uns von den Worten des Herrn nähren, damit sie sie im Gedächtnis behalten, und sie uns Brot und Wasser oder was immer Gott bereitgestellt hat anbieten und wir ihrer Bitte nachkommen und einwilligen, bei ihnen zu übernachten, dann gehen wir, wenn es an diesem Ort einen asketisch lebenden Bruder gibt, zu ihm und bleiben bei ihm. Dieser Bruder soll für alles sorgen, was wir brauchen; er selbst dient uns, er wäscht uns die Füße, salbt uns mit Öl und bereitet unser Lager, damit wir unsere Ruhe im Vertrauen auf Gott nehmen. All dies soll der asketisch lebende Bruder, bei dem wir unterkommen, selbst persönlich tun. Er wird auch den Brüdern dienen, und alle Brüder, die an diesem Ort sind, sollen sich mit ihm zusammentun und gemeinsam dienen und für alles sorgen, was die Brüder brauchen.
Bei solchen Zusammenkünften aber darf überhaupt keine Frau unter uns anwesend sein, sei sie jung oder verheiratet, betagt, Gott geweiht, eine christliche Dienerin oder eine Heidin. Nur Männer sollen mit Männern zusammen sein. Wenn wir jedoch sehen, dass es nötig ist, für Frauen hinzutreten und zu beten und Worte der Ermahnung und Erbauung zu ihnen zu sprechen, dann rufen wir alle Brüder und alle heiligen Schwestern und Jungfrauen und alle Frauen, die dort sind, zusammen und laden sie ein, mit aller Schamhaftigkeit und Anständigkeit zu kommen, um sich an der Wahrheit satt zu essen. Dann halten die Redegewandten unter uns eine Ansprache und ermahnen sie mit den Worten, die Gott uns gegeben hat. Danach beten wir und wechseln dann den Kuss der Begrüßung, Männer mit Männern. Die Frauen und Jungfrauen aber sollen ihre Hände in ihre Gewänder hüllen; und auch wir verhüllen in aller Schamhaftigkeit und mit aller Reinheit, die Augen nach oben gerichtet, unsere rechte Hand in unserem Gewand, in Anstand und Selbstbeherrschung. Dann dürfen die Frauen herantreten und uns den Kuss der Begrüßung auf unsere rechte, von unserem Gewand bedeckte Hand geben. Danach gehen wir fort, wohin Gott uns gehen lässt.
Wenn wir aber an einen Ort kommen, wo kein Bruder ist, der in gottgeweihter Ehelosigkeit lebt, sondern alle verheiratet sind, dann müssen alle, die dort sind, den Bruder, der zu Besuch kommt, aufnehmen, ihm dienen und in allem für ihn sorgen, mit Fleiß und willigem Herzen. Diesem Bruder sollen sie so dienen, wie es sich gehört. Der Bruder, der zu Besuch ist, soll aber zu den verheirateten Brüdern an diesem Ort sagen: „Wir, die wir in gottgeweihter Ehelosigkeit leben, essen und trinken nicht mit Frauen, und wir lassen uns weder von Frauen noch von Jungfrauen bedienen. Frauen waschen uns nicht die Füße, salben uns nicht, bereiten uns nicht das Bett, und wir schlafen nicht dort, wo Frauen schlafen, damit wir in allem untadelig sind und niemand sich an uns stößt oder durch uns zu Fall kommt. Und wenn wir in all diesen Stücken so handeln, dann gilt: „Wir geben niemandem irgendeinen Anstoß.“2 Daher sind wir Männer, über die gilt: „Weil wir also die Furcht des Herrn kennen, versuchen wir, Menschen zu überzeugen; vor Gott aber sind wir offenbar.“3 ”
Wenn es sich aber ergibt, dass wir an einen Ort kommen, wo kein christlicher Mann ist, sondern nur christliche Frauen und junge Mädchen, und sie uns drängen, dort zu übernachten, dann rufen wir an einem geeigneten Ort alle zusammen und fragen sie, wie sie leben. Entsprechend dem, was wir von ihnen erfahren, und so wie wir ihre Herzenshaltung erkennen, reden wir mit ihnen, angemessen für Männer, die Gott fürchten. Und wenn sie alle versammelt sind und zusammengekommen sind und wir sehen, dass sie in Frieden sind, reden wir in der Furcht Gottes mit ihnen Worte der Ermahnung und lesen ihnen in aller Schamhaftigkeit die Heilige Schrift vor, mit ernsten und gewichtigen Worten der Frömmigkeit. Alles, was wir tun, geschieht zu ihrer Erbauung und Stärkung. Die Verheirateten sprechen wir im Herrn so an, wie es für sie angemessen ist. Und wenn der Tag sich neigt und die Nacht herannaht, wählen wir für die Übernachtung eine ältere Frau aus, die sich gegenüber den anderen Frauen durch ihr Alter und ihren ernsten Charakter auszeichnet. Zu ihr sagen wir, sie solle uns einen eigenen Raum bereiten, in den keine Frau und kein junges Mädchen eintreten darf. Diese ältere Frau soll uns persönlich eine Lampe und alles bringen, was wir brauchen; aus Liebe zu den christlichen Brüdern soll sie alles herbeibringen, was die besuchenden Brüder nötig haben. Und wenn die Zeit zum Schlafen gekommen ist, soll diese Frau fortgehen und in Frieden in ihr Haus zurückkehren.
Wenn wir aber an einen Ort kommen, wo wir nur eine einzige christliche Frau antreffen und außer ihr kein weiterer Christ dort ist, dann bleiben wir in einem solchen Fall nicht an diesem Ort, wir beten dort auch nicht und lesen dort nicht die Heilige Schrift, sondern wir fliehen von dort wie vor dem Anblick einer Schlange oder dem Anblick der Sünde. Wir tun das aber nicht, weil wir diese christliche Frau verachten – das käme uns gegenüber unseren Brüdern und Schwestern in Christus niemals in den Sinn! –, sondern weil sie allein ist, und wir fürchten, jemand könnte uns vielleicht mit lügnerischen Worten verleumden. Denn die Herzen der Menschen sind fest auf das Böse ausgerichtet und darin verhärtet; und damit wir denen, die nur auf eine Gelegenheit lauern, gegen uns vorzugehen und schlecht über uns zu reden, keinen Anlass geben und niemandem zum Anstoß werden, nehmen wir denen, die danach suchen, jede Gelegenheit weg. Daher gilt für uns das Wort: „Achtet darauf, dass ihr keinen Anstoß gebt, weder Juden noch Griechen noch der Kirche Gottes. Wir suchen nicht das, was nur uns selbst nützt, sondern was vielen nützt, damit sie gerettet werden.“4 Denn es bringt uns keinen Nutzen, wenn jemand unseretwegen zu Fall kommt. Lasst uns daher jederzeit mit allem Fleiß darauf achten, unsere Brüder nicht ins Wanken zu bringen und ihr Gewissen nicht zu verletzen, indem wir ihnen zum Anstoß werden.
Denn es heißt „Wenn wegen einer Speise unser Bruder betrübt wird und zu Fall kommt, wandeln wir nicht mehr in der Liebe Gottes. Durch deine Speise bringst du den ins Verderben, für den Christus gestorben ist. Wenn ihr auf diese Weise an den Brüdern sündigt und ihr schwaches Gewissen schlagt, sündigt ihr gegen Christus selbst.“ 5 Daher lasst uns, die wir Christus treu sind, sagen „Wenn eine Speise meinen Bruder zu Fall bringt, werde ich niemals mehr Fleisch essen, damit ich meinen Bruder nicht zu Fall bringe.“6 Denn so verhält sich wirklich einer, der Gott liebt, der wirklich sein Kreuz trägt, der Christus angezogen hat und seinen Nächsten liebt: Er achtet sorgfältig darauf, niemandem ein Anstoß zu sein, damit nicht irgendjemand seinetwegen zu Fall kommt oder zugrunde geht, weil er ständig Umgang mit jungen Frauen pflegt und sich unter ihnen aufhält – etwas Unrechtes, das zum Verderben derer führt, die es sehen und hören. Ein solches Verhalten ist böse, skandalös, gefährlich und todbringend. Selig aber ist, wer um der Bewahrung der Keuschheit willen in allem vorsichtig und von heilsamer Furcht durchdrungen ist!
Wenn es sich aber ergibt, dass wir an einen Ort kommen, wo es keine Christen gibt, und es nötig ist, dass wir einige Tage dort bleiben, dann lasst uns „weise sein wie die Schlangen und arglos wie die Tauben,“ 7 lasst uns „nicht einfältige Menschen, sondern wie solche sein, die weise gemacht worden sind,“8 geformt und geschult in jeder Übung christlicher Frömmigkeit und in aller Selbstbeherrschung in der Furcht Gottes, damit Gott in allem durch unseren Herrn Jesus Christus durch die Reinheit und Heiligkeit unserer Lebensführung verherrlicht wird. Denn es gilt das Wort „Ob wir essen oder trinken oder sonst etwas tun, lasst uns alles zur Ehre Gottes tun.“9 Und es soll an uns sichtbar werden, dass „alle, die uns sehen, erkennen, dass wir der gesegnete und heilige Same sind,“10 Söhne des lebendigen Gottes, in jeder Sache, in jedem Wort, das wir reden, in Schamhaftigkeit, in Reinheit und in Demut. Denn wir ahmen die Heiden in nichts nach, und wir dürfen als Christen nicht wie weltliche Menschen sein, sondern sollen uns in allem von den Gottlosen absondern.
Lasst uns nicht „das Heilige den Hunden geben und die Perlen vor die Schweine werfen,“11 sondern lasst uns das Lob Gottes mit voller Zucht, mit aller Klugheit, in aller Gottesfurcht und mit festem Herzen verkünden. Wir vollziehen keinen heiligen Gottesdienst an Orten, an denen die Heiden bei ihren Festen sich betrinken und mit unreinen Worten lästern. Wegen ihrer Gottlosigkeit singen wir vor den Heiden keine Psalmen und lesen ihnen die Heilige Schrift nicht vor, damit wir nicht Flötenspielern, Sängern oder Wahrsagern gleichen – wie viele es tun, die so handeln, nur um sich mit einem Bissen Brot zu füllen. Für ein wenig Wein gehen sie hin und singen „die Lieder des Herrn im fremden Land,“12 im Land der Heiden, und tun damit etwas Verbotenes. Das dürft ihr nicht tun, Brüder! Wir flehen euch an, Brüder, lasst solche Dinge nicht unter euch geschehen, sondern werft sie hinaus und weist diejenigen ab, die sich so schändlich und niedrig benehmen wollen. Solche Dinge gehören sich nicht, Brüder! Und wir bitten euch, ihr Brüder unserer Gerechtigkeit, dass diese Dinge bei euch so gehalten werden, wie sie bei uns gehalten werden, damit ihr ein Vorbild seid sowohl für die, die schon glauben, als auch für die, die künftig glauben werden. Lasst uns zur Herde Christi gehören, geschmückt mit jeder Gestalt der Gerechtigkeit und mit heiligstem und reinem Wandel, sodass wir uns in Geradheit und Heiligkeit verhalten, wie es den Christusgläubigen zukommt, indem wir dem nachjagen: „alles, was lobenswert, rein, keusch, herrlich und ehrbar ist, und alles, was nützlich ist,“13 das soll euer Tun sein. Denn ihr seid unsere Freude und unser Kranz und unsere Hoffnung und unser Leben, wenn ihr fest im Herrn steht. So sei es!
Lasst uns nun, Brüder, bedenken und darauf achten, wie sich alle gerechten Väter während der ganzen Zeit ihres irdischen Lebens verhalten haben; lasst uns vom Gesetz bis zum Neuen Testament forschen und alles prüfen. Es ist außerdem gut und nützlich für uns zu erkennen, wie viele Männer, und wer sie waren, die um der Frauen willen zugrunde gegangen sind, und ebenso wie viele Frauen, und wer sie waren, die um der Männer willen zugrunde gegangen sind, und zwar durch den ständigen vertrauten Umgang, den sie miteinander pflegten. Ich will auch aufzeigen, wie viele, und wer, die Männer waren, die ihr Leben lang mit anderen Männern zusammenlebten und bis zum Ende in reinem und unbeflecktem Wandel miteinander blieben. Und dass dies so ist, ist eindeutig bekannt.
Denkt an Josef – den treuen, klugen, weisen und gerechten Mann, der in allem Gott fürchtete. Hat nicht eine Frau voller Begierde die Schönheit dieses keuschen und heiligen jungen Mannes begehrt? Und als er sich weigerte, ihre böse Begierde zu erfüllen, stürzte sie diesen gerechten Mann durch eine falsche Anklage in großes Elend und schwere Not, ja sogar in Todesgefahr! Aber Gott rettete ihn aus all dem Unheil, das durch diese elendige Frau über ihn gekommen war. Ihr seht, Brüder, welche großen Bedrängnisse die dauernde körperliche Nähe jener Ägypterin über diesen gerechten Mann gebracht hat. Lasst uns daher nicht fortwährend mit Frauen oder jungen Mädchen zusammen sein; denn das nützt denen nichts, die wirklich „ihre Lenden gürten“ wollen. Wir sollen unsere Schwestern in aller Keuschheit und Schamhaftigkeit lieben, mit vollkommener Selbstbeherrschung des Sinnes und in der Furcht Gottes – ohne ständig mit ihnen zusammen zu sein und ohne zu jeder Stunde den Zugang zu ihnen zu suchen.
Habt ihr nicht von Samson gehört, dem Nasiräer, „auf dem der Geist Gottes war,“14 diesem Mann von großer Stärke? Und doch ist dieser Mann, ein Nasiräer, Gott geweiht, stark und mächtig, durch eine Frau zu Fall gebracht worden, durch ihren elenden Körper und ihre verdorbene Begierde. Bist du vielleicht wie er? Erkenne dich selbst und kenne dein Maß. „Eine verheiratete Frau jagt kostbaren Seelen nach.“ 15 Aus diesem Grund erlauben wir absolut niemandem, im Haus einer verheirateten Frau zu bleiben – geschweige denn, dass jemand mit einer Gott geweihten Jungfrau zusammenlebt, dort schläft, wo sie schläft, oder ständig in ihrer Nähe ist! Denn so etwas muss von denen, die Gott fürchten, gemieden und zutiefst verabscheut werden!
Lehrt euch nicht die Geschichte Davids, des Mannes, von dem Gott fand, dass er ein Mann nach seinem Herzen war, treu, rechtschaffen, heilig und standhaft? Er richtete seinen Blick auf die Schönheit einer Frau – ich meine Bathseba –, als er sah, wie sie sich nackt reinigte und wusch. Dieser heilige Mann sah diese Frau, und tatsächlich wurde er durch die Lust, die er an ihrem Anblick fand, in eine Falle gelockt. Denkt nun darüber nach, wie groß das Böse war, das er ihretwegen tat: Der Gerechte sündigte mit Bathseba und befahl, ihren Mann im Kampf töten zu lassen. Ihr seht, wie viele böse Ränke und Pläne er ersann und ausführte; und durch seine Begierde nach dieser Frau verübte David, der „Gesalbte des Herrn“, Mord. Nimm dir das zur Warnung, Mensch! Denn wenn so große und starke Männer um der Frauen willen zugrunde gingen, welche Kraft hast dann du? Oder wer bist du unter den Heiligen, dass du Tag und Nacht in der Gesellschaft von Frauen oder jungen Mädchen zubringst, mit viel dummen Gerede und ohne die Furcht Gottes? Nicht so, Brüder – lasst uns nicht so handeln. Sondern lasst uns vielmehr das Wort bedenken, das über die Frau gesagt ist: „Ihre Hände spannen Schlingen, und ihr Herz stellt Netze auf; der Gerechte entkommt ihr, die Gottlosen aber fallen in ihre Hände.“16 Darum lasst uns, die wir heilig sind, vermeiden, mit Gott geweihten Frauen zusammenzuleben. Denn ein solcher Wandel ist für die Diener Gottes weder angemessen noch recht.
Habt ihr nicht die Geschichte von Amnon und Tamar gelesen, den Kindern Davids? Amnon begehrte seine Schwester und überwältigte sie, ohne ihr Erbarmen zu zeigen, weil er sie mit widerlicher Begierde begehrt hatte. Und Amnon wurde durch seinen ständigen Umgang mit ihr, der nicht in der Furcht Gottes geschah, ein böser und gesetzloser Mensch, und er „beging eine schändliche Tat in Israel.“17 Daher ist es für uns nicht recht und nicht angemessen, mit unseren Schwestern mitten in lautem Gelächter und unanständigem Verhalten zusammen zu sein, sondern wir sollen uns ihnen gegenüber in aller Schamhaftigkeit, Reinheit und in der Furcht Gottes verhalten.
Habt ihr nicht gelesen, was mit Salomo geschah, dem Sohn Davids, dem Gott Weisheit und Erkenntnis und Größe des Herzens gab, dazu Reichtum und Herrlichkeit größer als bei irgendeinem anderen Menschen? Und doch ging selbst er um der Frauen willen zugrunde und wandte sich vom Herrn ab.
Habt ihr nicht gelesen und wisst ihr nicht von jenen Ältesten in den Tagen Susannas, die, weil sie ständig in der Gesellschaft von Frauen waren und die Schönheit einer anderen anstarrten, in die Grube der Begierde stürzten? Sie konnten ihren Sinn nicht rein bewahren, sondern wurden von ihrer verdorbenen Lust überwältigt und suchten die selige Susanna zu beschmutzen. Sie aber gab ihrer elenden Begierde nicht nach, sondern rief zu Gott, und Gott rettete sie aus den Händen dieser bösen alten Männer. Sollten wir da nicht innerlich aufgeschreckt werden und von Furcht erfasst sein, weil jene Ältesten – Richter und Führer des Volkes Gottes – um einer Frau willen aus ihrer Ehre fielen? In Wahrheit dachten sie nicht an das Wort der Schrift: „Blicke nicht auf die Schönheit eines anderen,“ und „Die Schönheit einer Frau hat viele zugrunde gerichtet,“18 oder: „Setz dich nicht zu einer verheirateten Frau,“19 oder auch an das, was die Schrift sagt: „Kann jemand Feuer in seinen Schoß nehmen, ohne dass seine Kleider verbrannt werden?“20 oder: „Kann jemand auf glühenden Kohlen gehen, ohne dass seine Füße verbrannt werden? So ist es mit dem, der zur Frau eines anderen eingeht: Er bleibt nicht schuldlos, keiner, der ihr nahekommt, entkommt.“21 Und wieder heißt es: „Begehre nicht die Schönheit einer Frau, damit sie dich nicht mit ihren Augenlidern gefangen nimmt,“ 22 und anderswo: „Blicke nicht auf ein junges Mädchen, damit du nicht durch dein Begehren zugrunde gehst,“23 und wieder: „Halte dich nicht ständig bei einer Frau auf, die süß singt,“24 und zuletzt: „Wer meint, zu stehen, der soll Acht geben, dass er nicht fällt.“25
Schaut nun aber auch darauf, Brüder, was die Heilige Schrift über die Propheten – diese hochheiligen Männer – und über die Apostel des Herrn sagt. Lasst uns sehen, ob irgendeiner von ihnen ständig in der Gesellschaft junger Mädchen oder jüngerer verheirateter Frauen oder jener Witwen war, die der göttliche Apostel verbietet. Lasst uns in der Furcht Gottes über die Lebensweise dieser heiligen Männer nachdenken. Siehe, über Mose und Aaron steht geschrieben, dass sie mit Männern zusammen lebten und handelten, die dieselbe Lebensweise hatten wie sie. So auch Jesus, der Sohn Nuns. Keine Frau war bei ihnen; sondern nur Männer, mit Männern, dienten in Heiligkeit vor Gott. Außerdem lehrten sie das Volk, dass jedes Mal, wenn das Lager von einem Ort an einen anderen aufbrechen sollte, jeder Stamm gesondert aufbrechen sollte und die Frauen getrennt mit den Frauen ziehen sollten, hinterher, am Ende des Heeres, während die Männer, jeder mit seinem Stamm, getrennt mit Männern weiterzogen. Und nach dem Gebot Gottes zogen sie als weises Volk auf diese Weise aus, damit nicht wegen der Frauen Unordnung aufkam, wenn das Lager weiterzog.
Sie zogen in guter Ordnung und mit rechter Aufstellung weiter, ohne dass jemand Anstoß nahm. Siehe, die Heilige Schrift bezeugt meine Worte: Nachdem die Israeliten das Schilfmeer durchquert hatten, sangen Mose und die Söhne Israels dem Herrn Lobpreis und sagten: „Lasst uns dem Herrn singen, denn er ist sehr zu preisen.“26 Und nachdem Mose aufgehört hatte zu singen, nahm Mirjam, die Schwester von Mose und Aaron, eine Pauke in ihre Hände, und alle Frauen zogen hinter ihr her und sangen mit ihr Gott Lobpreis – die Frauen getrennt mit den Frauen, so wie die Männer getrennt mit den Männern gesungen hatten. Ebenso finden wir, dass Elisa und Gehasi und die Söhne der Propheten gemeinsam in der Furcht Gottes lebten und keine Frauen bei ihnen wohnten. Micha und auch alle anderen Propheten zusammen finden wir, dass sie in dieser Weise in der Furcht des Herrn lebten.
Damit wir unsere Rede nun nicht noch weiter in die Länge ziehen, was sollen wir von unserem Herrn Jesus Christus sagen? Der Herr selbst war beständig mit seinen zwölf Aposteln zusammen, nachdem er in der Welt erschienen war. Und nicht nur das, sondern als er sie aussandte, sandte er sie zu zweit, Mann mit Mann; keine Frauen wurden mit ihnen ausgesandt. Weder auf der Straße noch im Haus hielten sie sich bei Frauen oder jungen Mädchen auf, und so gefielen sie Gott in allem. Als der Herr Jesus Christus mit jener samaritanischen Frau allein am Brunnen sprach, „da kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete,“27 und fanden ihn im Gespräch mit ihr. Ist nicht er selbst die unverrückbare Norm und das allen Menschen vor Augen gestellte Vorbild zur Nachahmung? Und nicht nur das, sondern als unser Herr von den Toten auferstanden war und Maria zum Grab kam, fiel sie sofort zu seinen Füßen nieder und betete ihn an und wollte ihn mit ihrer Hand anfassen. Er aber sagte zu ihr: „Rühr mich nicht an, denn ich bin noch nicht zu meinem Vater aufgefahren.“28 Ist es nicht eine erstaunliche Sache, dass der Herr es Maria, dieser so frommen Frau, nicht einmal erlaubte, seine Füße zu berühren? Du aber – du wohnst mit Frauen zusammen, du lässt dir von Frauen und von jungen Mädchen dienen, du schläfst dort, wo sie schlafen, du lässt dir von Frauen die Füße waschen und dich salben! Wehe einem solchen bösen Vorsatz! Wehe einem solchen verwegenen Urteil! Wehe einer solchen dreisten und gottlosen Dummheit, die keine Furcht Gottes kennt! Richtest du dich selbst nicht? Prüf st du dich selbst nicht? Kennst du dich selbst nicht einmal und das Maß deiner eigenen Kraft?
Diese Dinge sind zuverlässig, wahr und recht; das sind die Grenzen, die von denen, die recht im Herrn leben, nicht verändert werden. Viele heilige Frauen haben tatsächlich heiligen Männern mit ihrem Besitz gedient, so wie jene Schunemiterin Elisa diente; aber sie wohnte nicht mit ihm zusammen – der Prophet lebte abgesondert in seinem eigenen Haus. Und als der Sohn dieser Frau starb, wollte sie sich dem Propheten zu Füßen werfen, aber sein Diener Gehasi ließ es nicht zu und hielt sie zurück. Doch Elisa sagte zu seinem Diener: „Lass sie, denn ihre Seele ist voller bitterer Not.“29 Daraus sollen wir die Lebensweise dieser heiligen Männer erkennen. Auch unserem Herrn Jesus Christus dienten Frauen mit ihrem Besitz, aber sie wohnten nicht mit ihm zusammen. Ebenso finden wir, dass Frauen den Aposteln und Paulus dienten, aber sie wohnten nicht mit ihnen zusammen. Vielmehr führten sie vor Gott einen schamhaften, keuschen und reinen Wandel, vollendeten ihren Lauf und empfingen ihren Kranz von dem Herrn, Gott, dem Allmächtigen.
Da dies so ist, bitten wir euch, unsere Brüder im Herrn, dass diese Ordnungen bei euch ebenso bewahrt werden wie bei uns, damit wir eines Sinnes seien, wir in euch eins und ihr in uns eins, und wir in allem alle eine Seele und ein Herz im Herrn seien. „Wer den Herrn kennt, hört auf uns; wer aber nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns.“30 Wer wirklich die Keuschheit bewahren will, hört auf uns; und die Jungfrau, die ihre Jungfräulichkeit wirklich bewahren will, hört auf uns; wer aber ihre Jungfräulichkeit nicht wirklich bewahrt, hört nicht auf uns. Lebt wohl im Herrn, und freut euch im Herrn, ihr alle, die ihr heilig seid! Friede und Freude sei mit euch von Gott, dem Vater, durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.
Schriftstellen
- Phil 4,6
- 2Kor 6,3
- 2Kor 5,11
- 1Kor 10,32-33
- Röm 14,15; 1Kor 8,12
- 1Kor 8,13
- Mt 10,16
- Eph 5,15
- 1Kor 10,31
- Jes 61,9
- Mt 7,6
- Ps 136,4
- Phil 4,8
- Ri 13,25; Ri 14,6
- Spr 6,26
- Pred 7,26
- 2Sam 13,12
- Sir 9,8-9
- Sir 9,12
- Spr 6,27
- Spr 6,28-29
- Spr 6,25
- Sir 9,5
- Sir 9,4
- 1Kor 10,12
- Ex 15,1
- Joh 4,27
- Joh 20,17
- 2Sam 4,27
- 1Joh 4,6
